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Atemübungen im Yoga (Pranayamas)

Atemübungen im Yoga werden zu Beginn einer Yogastunde als Wahrnehmungsübung durchgeführt. Ziel der sogenannten Pranayamas ist es, das Bewusstsein auf die Atmung zu lenken. Mit gezielten Übungen wird das "richtige" Atmen geübt.

Bedeutung der Atmung im Yoga

Eine bewusste Atmung ist für eine Yogastunde besonders wichtig. Durch die Atmung fließt Energie (indisch Prana, chinesisch Qi oder Chi) in den Körper. Bedingt durch unterschiedliche Einflüsse von außen (Stress, Bewegung etc.) wird die Atmung unbewusst schneller, flacher oder setzt sogar teilweise aus. Dadurch ist der Energiefluss unterbrochen und wir können die frische Atemluft nicht in alle Körperregionen verteilen.

Im Yoga geht es darum, die durch die Atmung gewonnene frische Luft in positive Energie umzuwandeln und bewusst im Körper zu verteilen. Die Vorstellung dass Prana unseren Körper durchflutet, macht man sich in entsprechenden Wahrnehmungsübungen zu Nutze. Die Ausatmung im Gegenzug soll alles Belastende und Negative ausscheiden.

Hier ein Beispiel für eine Atem-Wahrnehmungsübung im Yoga:

Stellen Sie sich vor, Sie nehmen durch den Scheitel frische Luft auf. Die positive Energie der Luft verteilt sich von oben bis unten in alle Körperteile und hinterlässt ein wohlig warmes Gefühl. Die Ausatmung erfolgt über die Fußspitzen. Dabei wird alles Negative und Belastende nach außen abgegeben.

Nicht nur zu Beginn einer Yogastunde, sondern auch während der Übung ist eine optimierte Atmung wichtig. So soll bei allen Yogaübungen der Atem fließen. Die Einatmung beginnt man bei öffnenden, aufrichtenden und wenig belastenden Übungen. Für schließende, vorbeugende und anstrengende Übungselemente nutzt man die Ausatmung bewusst. In solchen Situationen wird der Atem häufig angehalten und lässt die Übungen dadurch anstrengender werden.

Vollatmung beim Yoga

Vollatmung in Rückenlage:

Wählen Sie eine bequeme Rückenlage. Eine Hand wird auf den Bauch gelegt, die andere auf das Brustbein. Fühlen Sie nun mit der Einatmung ganz bewusst, wie sich der Bauch hebt, danach die Rippen, Brustbein und zuletzt die Schlüsselbeine. Die Luft kommt von ganz alleine, der Oberkörper hebt sich von ganz alleine. Mit der Einatmung durchströmt Energie den ganzen Körper.
Wenn möglich, machen Sie nach der vollständigen Einatmung eine Atempause.
Die Ausatmung beginnt wie die Einatmung vom Bauchraum bis hoch zu den Schlüsselbeinen. Dabei wird aktiv der Bauch, Rippen, Brustbein und Schlüsselbeine gesenkt. Die Ausatmung wird also im Gegensatz zur Einatmung bewusst und mit eigenem Willen gesteuert. Es wird vollständig ausgeatmet, damit ein kleiner Sog als Impuls für die nächste Einatmung entsteht.
Nach der vollständigen Ausatmung erfolgt eine kleine Atempause, indem das Bewusstsein auf das Nachspüren gelenkt wird.

Vollatmung im Sitzen (Schneidersitz)

Bei der Vollatmung im Sitzen wird zunächst wie in der Rückenlage der Fluss des Atems gespürt und die unterschiedlichen Atemzyklen (Einatmung, Atempause, Aktives Ausatmen und Atempause) ins Bewusstsein gerufen.
Wenn dies gelingt, werden die Hände in unterschiedliche Positionen gebracht:
1. Auf den Bauch
2. In die Flanken (seitlich neben den Körper)
3. Auf das Zwerchfell
4. Auf Schlüsselbein und Brustbein

Dabei sollen Sie die Bewegung in den entsprechenden Regionen und damit die Weite des Atems spüren.

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Yoga-Atemübungen verständlich erklärt plus Video. Durchflutung des Körpers mit Prana, Atmung von Bauch zum Brustbein, Vollatmung, Wechselatmung