Hand vor Sonne

Fit & gesund im Sommer

Wer liebt sie nicht, die sonnige Jahreszeit? Endlich im Garten sitzen, auf der Wiese liegen und die Sonne aufsaugen, am Strand spazieren gehen… . Sonniges Wetter macht einfach gute Laune. Zudem braucht unser Körper eine gesunde Dosis an Sonnenlicht, um Vitamin D zu produzieren. Doch der Sommer hat für viele Menschen auch seine Nebenwirkungen: Jeder zweite Deutsche leidet unter Wetterfühligkeit. Eine Überdosis Sonne kann gefährliche Folgen nach sich ziehen.

Lesen Sie in unserm Top-Thema "Fit und gesund durch den Sommer" alle wichtigen Informationen zum Thema Wetterfühligkeit, Folgen von Überhitzungen und erfahren Sie wichtige Tipps, damit Sie den Sommer unbeschwert genießen können.

Wetterfühligkeit

Wir Mitteleuropäer benötigen keine tropischen Temperaturen, um uns wohl zu fühlen. Bei sonnigem Wetter und Temperaturen um 22 Grad Celsius sind die meisten bereits sehr gut zufrieden. Schwierig ist es für unseren Organismus, steile Temperaturanstiege und Wetterschwankungen auszugleichen. Diese Unregelmäßigkeiten werden sehr unterschiedlich toleriert und verarbeitet. In Deutschland ist jeder zweite wetterfühlig und leidet unter wetterbedingten Temperaturschwankungen. Besonders bei Temperaturen über 27 Grad Celsius mit hoher Luftfeuchtigkeit und geringer Zirkulation klagen viele unter Empfindlichkeitsstörungen. Wetterfühlige Menschen leiden unter Schwindel, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Schlafstörungen und empfinden Spannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat. Menschen mit Wetterfühligkeit merken Temperaturunterschiede sofort und spüren weit in Voraus Wetterereignisse wie Gewitter und Regen.

Die Hauptursache der Wetterfühligkeit liegt in der Temperaturregulation des Körpers. Bei Temperaturschwankungen muss die Regulation des Wärmehaushaltes im Körper ständig arbeiten, damit die Körperkerntemperatur konstant auf 37 Grad gehalten wird. Die Regulierung ist mit einer Weitstellung der Gefäße verbunden, die für verbesserte Durchblutung sorgen soll. Dadurch kann das Blut vom Körperinneren zur Hautoberfläche zirkulieren. Durch das Schwitzen wird die Hautoberfläche mit Feuchtigkeit bedeckt. Die Verdunstung des Schweißes sorgt dann für die notwendige Erfrischung. Problematisch wird es an heißen, schwülen Tagen, wenn die Haut bereits durch die Luftfeuchtigkeit bedeckt ist. In dem Falle kann der Körper nicht mehr genügend durch das Schwitzen regulieren. Die Hitze staut sich im Körper auf. Dieser Hitzestau wird mit dem Fachbegriff Hyperthermie bezeichnet. Die Hyperthermie ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. So starben im Rekordsommer 2003 alleine 7.000 Deutsche am Hitzestau.

Welche Menschen sind besonders wetterfühlig?

Von der Wetterfühigkeit sind besonders Menschen betroffen, deren Kreislauf- und Gefäßsystem schlechter arbeitet. Zu dieser Personengruppe gehören meistens ältere und geschwächte Menschen, häufig Frauen und übergewichtige, inaktive Personen. Bei wetterfühligen Menschen ist durch die schlechtere Durchblutung die Temperaturregulation des Körpers erschwert und die Hitze staut sich schneller im Körper. Ein geringer Flüssigkeitskonsum verstärkt zudem noch die Problematik.  Kritisch sind extreme Temperaturschwankungen bei Menschen mit Herzleiden und Bluthochdruck. Es kann zur Überlastung des Herz- Kreislaufsystems kommen, da bei verengten Kranzgefäßen des Herzens die Durchblutung bereits ohne Anstrengung erschwert ist. Wetterfühligkeit kann auch bei Menschen entstehen, die unter Epilepsie leiden oder bestimmte Medikamente einnehmen (z.B. wassertreibende Mittel wie Diuretika, Antihistaminika, Antidepressiva...).

Tipps für heiße Tage

Um den Symptomen von Wetterfühligkeit entgegenzuwirken, sollten Sie im Sommer einige Verhaltensregeln beachten:

  • Körperliche Aktivität/ Sauna: Ausdauertrainierte Menschen leiden seltener unter Wetterfühligkeit, da sie eine verbesserte Durchblutung haben. Das können Sie auch, indem Sie sich regelmäßig bewegen und auch im Sommer nicht auf den Saunabesuch verzichten. Sie werden die Hitze dann einfacher tolerieren. Wichtig für körperliche Aktivität ist, dass sie im Hochsommer in den frühen Morgenstunden oder später am Abend stattfindet. Meiden Sie Anstrengung in der Hitze und bei hohen Ozonwerten. Als körperliche Aktivität eignen sich besonders Ausdauersportarten wie Schwimmen und Aquafitness.
  • Bekleidung: Tragen Sie bei hohen Temperaturen leichte, weite Kleidung mit luftdurchlässigen Stoffen aus Naturmaterial (z.B. Leinen, Seide, Baumwolle) und leichte Sandalen. Auch empfiehlt sich eine Kopfbedeckung, besonders bei Glatzenträgern. Bitte beachten Sie: Helle Kleidung schützt Sie vor Hitze, jedoch nicht vor Sonnenbrand!
  • Ernährung: Bevorzugen Sie bei Hitze mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Favorisieren Sie leichte Speisen wie Fisch, Obst und Gemüse, leichte Milchprodukte wie Joghurt und Quark. Fetthaltige, stark gewürzte Speisen belasten den Kreislauf ebenso wie alkoholische Getränke und Kaffee. 
  • Trinken: Besonders bei hohen Temperaturen sollten Sie viel trinken, da durch das Schwitzen der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt beeinflusst wird. Trinken Sie in regelmäßigen Abständen, und zwar bevor der Durst entsteht. Besonders geeignet sind Mineralwasser, Saftschorlen oder Tee. Eisgekühlte Getränke sind eher kontraproduktiv, da dies die Wärmeregulierung nachhaltig beeinflusst. Auch kohlensäurehaltige Getränke belasten den Stoffwechsel.
  • Tagesrhythmus: Meiden Sie die direkte Sonneneinstrahlung, legen Sie mittags eine Ruhepause oder einen Mittagsschlaf im Schatten ein. Achten Sie auf die Wetterberichte: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bringt im Internet regionale Informationen über das Wetter und Hitzewarnungen (geordnet nach Landkreisen) raus. Bei hohen Ozonwerten sollten Sie sich draußen nicht aufhalten!
  • Abkühlung: Während der Mittagshitze sollten Sie sich nicht extrem kalt abduschen, da der Körper dann mit Erwärmung schnell gegenreguliert. Duschen Sie sich eher mit lauwarmen Wasser ab. Wechselduschen können Sie in den Morgen- oder Abendstunden durchführen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie herzfern beginnen. 
  • Lüften: Für das Lüften empfiehlt sich, nachts und in den frühen Morgenstunden die Fenster zu öffnen. Seien Sie bitte vorsichtig, dass Sie sich nicht in der Zugluft erkälten! Mittags sollten Sie Fenster und Türen geschlossen halten und abdunkeln. Die Klimaanlage sollte nicht weniger als 5-6 Grad unter Außentemperatur eingestellt sein. 
  • Abkühlung aus der Tube: Erfrischende Kühle für zwischendurch bringen Spays aus der Drogerie oder Apotheke. Minzöl oder Melisse als Tee, Balsam oder Raumaroma bieten Ihnen die Erfrischung für zwischendurch. 
  • Venenprobleme: Bei Durchblutungsproblemen leiden besonders die Beinvenen unter der Hitze. Nutzen Sie Ruhepausen, um die Beine hochzulagern.
  • UV-Schutz: Vergessen Sie nicht, sich rechtzeitig mit Sonnenschutz einzucremen. Die Creme sollte längst eingezogen sein, bevor Sie nach draußen gehen. Auch unter einem Sonnenschutz (Markise, Sonnenschirm) benötigen Sie UV-Schutz-Creme.
  • Allergiker: Wetterfühlige Allergiker sollten ihre Lebensgewohnheiten in der Hitzezeit umstellen. Gehen Sie erst einige Stunden nach Regen und Gewitter raus oder lüften Sie erst dann, damit sich die Pollen bereits auf den Boden gesetzt haben.

Folgen von Überhitzung

Starke Hitze und direkte Sonneneinstrahlung sollten mit Vorsicht genossen werden, da diese zum Teil lebensbedrohliche Schäden nach sich ziehen können! Mögliche Folgen können sein:

  • Hitzekrämpfe und Hitzeerschöpfung: Durch das starke Schwitzen bei Hitze werden dem Körper wichtige Mineralstoffe und Elektrolyte entzogen. Dadurch kann es zu Hitzekrämpfen an Armen, Beinen und Bauch kommen. Dies äußert sich durch krampfartige, zuckende Bewegungen der Muskeln, aber auch durch Schmerzen. 
  • Sonnenstich: Menschen, die sich zu lange direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt haben, sind gefährdet, einen Sonnenstich zu bekommen. Bei einem Sonnenstich werden besonders die Hirnhäute gereizt, die Temperaturregulation ist gestört. Als Spätfolgen können lebensbedrohliche Hirnschwellungen entstehen. Ein Sonnenstich äußert sich durch Kopf- und Nackenschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Bewusstseinsstörungen. Betroffene haben meist einen hochroten Kopf und heiße Kopfhaut.
  • Hitzekollaps: Ein Hitzekollaps ist durch den starken Blutdruckabfall bei Überhitzung bedingt. Das Gehirn kann dann nicht mehr ausreichend durchblutet werden, der Körper kollabiert. Ein Hitzekollaps äußert sich neben flachem Atem, schneller Herzfrequenz und Schwindel besonders durch Verwirrtheit, Kopfschmerzen und Übelkeit. 
  • Hitzschlag: Ein Hitzschlag entsteht durch einen Hitzestau im Körper. Die Durchblutung mit entsprechender Temperaturregulation kann nicht mehr ausreichend erfolgen. Symptome eines Hitzschlages sind starke Kopfschmerzen, Erbrechen, hohes Fieber, Bewusstlosigkeit und heiße, trockene Haut. Bei einem Hitzschlag sollte sich der Patient sofort in ärztliche Behandlung begeben. Es besteht Lebensgefahr!

Betroffene, die Folgen der Überhitzung aufweisen, müssen schnell in einen kühlen Raum gebracht werden. Als Erste Hilfe gilt: Kleidung öffnen,  kalte und feuchte Umschläge verabreichen, Kopf kühlen. Verständigen Sie den Notarzt, damit mögliche Spätfolgen ausgeschlossen werden können!


Sonnenstich, Hitzschlag, Hitzekrämpfe, Hitzkollaps - Tipps zur Vorbeugung. Wetterfühligkeit, UV-Schutz.