Abstehende Ohren - Schnittfreie Korrektur ist schonender

Belustigte Blicke der Kollegen, gehässige Bemerkungen der Mitschüler: Abstehende Ohren werden für einige Betroffene zur Belastung. Eine frühe Korrektur kann verhindern, dass „Segelohren“ zu Minderwertigkeitskomplexen führen. Unter den plastischen Chirurgen in Deutschland sind heute mehr als 100 verschiedene Operationsmethoden verbreitet – doch die neuen Methoden sind nicht immer die schonenderen. „In den meisten Fällen wäre für die Ohrenanlegeplastik nur ein kleiner, schnittfreier Eingriff nötig“, sagt der Plastische Chirurg Dr. Dr. Mostafa Ghahremani, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie / Gesichtschirurgie der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg.

Wenn die Ohren abstehen, ist oft eine wichtige Falte, die Anthelix, schwach oder gar nicht ausgebildet oder im Knorpel hinter dem Ohr nicht richtig gebogen. „Mit einer schnitt- und damit nahezu narbenfreien Fadenmethode kann der Knorpel am Ohr neu ausgerichtet und in die gewünschte und natürliche Form zurecht gefaltet werden“, so der Chirurg über die von ihm deutlich vereinfachte Methode. Das knorpelige Gerüst der Ohrmuschel werde lediglich an einigen Punkten durch Ritzungen geschwächt, so dass es mittels zweier Matratzennähte leichter in die neue Position gefaltet werden könne. 

Schaubild Ohrmuschelanlegung

Aufwendige Methoden sind nicht immer die besseren

Diese Technik mit nicht-auflösbaren Fäden geht auf den berühmten englischen Plastischen Chirurgen Mustardé zurück, der die Methode vor mehr als 40 Jahren erstmals beschrieb. In der Hand eines erfahrenen Operateurs hat die Operation nahezu keine Risiken außer den allgemein bekannten Gefahren und Risiken eines jeden chirurgischen Eingriffes. Ein Ausschneiden oder gar Entfernen des Knorpels wie bei der verbreiteten Schnitt-Nahttechnik sei mit dieser schonenderen Technik gar nicht erforderlich. Leider gibt es unter plastischen Chirurgen kaum Konsens über die richtige Methode der Ohrenkorrektur, bemängelt Ghahremani. „Aufwendigere Operationstechniken führen nicht immer zum besten Ergebnis und heilen oft schlechter als die einfachere Nahttechnik, die bei entsprechender Indikation sehr gute Ergebnisse produziert“, so der Chefarzt aus Groß-Umstadt. Im Interesse des Patienten sollte heute den weitestgehend schonenden Verfahren der Vorzug gegeben werden.

Örtliche Betäubung ist ausreichend

Der Eingriff dauert je nach Schweregrad der Fehlbildung pro Ohr nur etwa 30 - 45 Minuten, Krankenhausaufenthalte sind nicht nötig. Kleine Patienten werden Ghahremani zufolge unter Vollnarkose operiert, bei Erwachsenen reicht meist eine örtliche Betäubung hinter den Ohrläppchen. Nach dem Eingriff empfiehlt Ghahremani ein spezielles Stirnband, das die Patienten für mindestens zwei Monate tragen sollen. „Es verhindert, dass das Ohr umknickt und die frischen Nähte reißen“, sagt der Chirurg. Bei Kindern bis 14 Jahren übernimmt meistens die Krankenkasse die Kosten für die Korrektur. Der beste Zeitpunkt für eine solche Korrekturoperation ist vor der Einschulung.

Über die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg

Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg behandeln als Klinikverbund an den Standorten Groß-Umstadt und Jugenheim jedes Jahr mehr als 30.000 Patienten stationär und ambulant. Mit mehr als 450 Planbetten sind sie der zuverlässige medizinische Versorger in der Region. Rund 750 Mitarbeiter und hochmoderne medizinische Standards garantieren eine bestmögliche Versorgung der Patienten. Weitere Informationen unter:

www.kreiskliniken-darmstadt-dieburg.de


Abstehende Ohren, Segelohren: Neue, schnittfreie Methode zum Ohren anlegen.