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SMS-Daumen durch zu eifriges Tippen

Wird zu lange und zu schnell auf dem Handy herumgetippt, kann eine chronische Sehnenscheidenentzündung am Daumen auftreten. Sie bereitet ziemliche Schmerzen. Was hilft, wie kann man sie vermeiden? 

Was wäre die Welt ohne das Handy? Das Schreiben von Textmitteilungen per Mobilfunk, das Checken der E-Mails mit dem Handy, Fotos schießen - es ist faszinierend, wie schnell sich dabei die Finger bewegen. Doch insbesondere für die Daumen bedeuten diese oft einseitigen Bewegungen Stress. „Durch die kleinen Bewegungen auf der Miniatur-Tastatur werden die Strecksehnen des Daumens ungewohnt stark beansprucht und antworten mit Schmerzen. Das kann schlimmstenfalls mit einer Sehnenscheidenentzündung enden“, warnt Dr. Hans Pralle, Experte für Handchirurgie an der Klinik für Unfallchirurgie der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg.

Im vergangenen Jahr wurden allein in Deutschland über 25 Milliarden SMS verschickt, viele Menschen schreiben mehr als 10 Kurznachrichten pro Tag. Wer es mit dem Schreiben der Nachrichten übertreibt, verspürt bald einen dumpfen Schmerz beim Tippen. Später schmerzt der Daumen auch in anderen Situationen: Knöpfe und Reißverschlüsse werden zur Geduldsprobe. „Verschwinden die Beschwerden nicht nach wenigen Tagen, sollten die Betroffenen einen Arzt aufsuchen. Normalerweise dauert eine akute Sehnenscheidenentzündung wenige Tage. Wird sie jedoch chronisch, können die Schmerzen über Monate anhalten“, so Dr. Pralle. Dann wird auch das kraftvolle Zugreifen mit dem Daumen zur Qual.

Behandlung

Die Diagnose einer Strecksehnenentzündung am Daumen stellt der Arzt durch den sogenannten Finkelstein-Test:  Dabei wird der Daumen in die Faust geschlossen, das Handgelenk wird dann zur Kleinfingerseite abgewinkelt. Bei fortgeschritten Entzündungen lässt sich oft an der Basis des Daumens ein Knirschen über dem Sehnenfach ertasten. Zu Beginn können stabilisierende Bandagen oder Stützverbände helfen, den betroffenen Bereich ruhig zu halten. Außerdem sollten Patienten das Tippen auf dem Handy zunächst vermeiden.

Bei chronischen Sehnenscheidenentzündungen kommt oft nur eine Operation in Betracht. „Dabei wird das aus Bindegewebe bestehende Strecksehnenfach über einen etwa 2 cm langen Hautschnitt gespalten. Der Eingriff wird ambulant durchgeführt. Nach der Operation kann die Hand sofort frei bewegt werden, eine Schiene ist nicht erforderlich“, so Dr. Pralle.

Vorbeugen

Es lohnt sich in jedem Fall, strapazierte, von der Arbeit mit dem Handy angestrengte Daumen zu schonen. Sind die Belastungen unumgänglich, helfen kurze Lockerungs- oder Dehnübungen zwischendurch. Zur Vorbeugung einer Sehnenscheidenentzündung des Daumens empfiehlt Dr. Pralle ruhigere und weniger hektische Drehbewegungen beim Tippen von Nachrichten auf dem Handy. Auch eine Entlastung durch mehrere Finger ist sinnvoll:  „Ein-Daumen-Schreiber sollten, wenn technisch möglich lieber zwei Finger verwenden“, so Dr. Pralle.

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