Bild von übereinandergeschlagenen Beinen

Autogenes Training: Umgebung und Häufigkeit

Das Ziel eines Einführungskurses 'Autogenes Training' ist, dass Sie lernen, das Autogene Training selbstständig und ohne Hilfen in verschiedensten Situationen anzuwenden. Dazu ist Ihre aktive Mitarbeit nicht nur in einem Kurs, sondern auch zu Hause unbedingt notwendig. Sie sollten die jeweils im Kurs gelernten Übungen zu Hause wenigstens zweimal pro Tag alleine durchführen. Der Zeitaufwand dafür ist gering - ca. 5 bis 10 Minuten pro Übung.

Bedenken Sie, dass es darum geht, eine Selbsthilfetechnik durch systematisches, regelmäßiges Trainieren zu lernen. Dies können Sie nur alleine mit etwas Selbstdisziplin leisten. Im Einführungskurs können Sie dabei durch den Gruppenleiter nur Anleitungen und Hilfestellungen bei auftauchenden Problemen bekommen - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Sie lernen mit dem Autogenen Training etwas für sich selbst durch sich selbst und nicht, wie so oft im Leben, etwas für sich (oder auch für andere) durch andere.

In der Anfangsphase Ihrer Trainingseinheiten ist es wichtig, dass Sie während der Übung möglichst ungestört sind (Telefon leise stellen, ggf. Zettel "Nicht stören!" an die Tür hängen, Mitbewohner um Rücksicht bitten, keine Musik/Radio/TV laufen lassen etc.)

Die Zeitpunkte für die Übungen können Sie frei wählen, wobei allerdings in der Lernphase eher davon abzuraten ist, das Autogene Training direkt nach dem Erwachen, kurz vor dem Einschlafen oder dann, wenn man sehr müde ist, zu üben. Am günstigsten ist es, wenn Sie Ihre Übungszeiten über den ganzen Tag verteilen, sich damit in Ihrem Tagesablauf Nischen für sich selbst und Erholungspausen schaffen.

Nach Abschluss des Einführungskurses zum Autogenen Training sollten Sie noch etwa zwei bis drei Monate ganz regelmäßig zumindest einmal täglich das Autogene Training vollständig üben. Dies führt in der Regel zu einer weiteren Verfestigung des Gelernten und damit zu einer Automatisierung und beschleunigten Umstellung auf die Entspannung und Erholung.

Sie sollten spätestens dann auch dazu übergehen, die Übungen des Autogenen Trainings vor oder in Belastungssituationen des Alltags einzusetzen (etwa in anstrengenden Lern- und Arbeitsphasen, vor und in Stresssituationen, bei Aufregungen aller Art, vor und in gefürchteten Situationen, in Pausen auf längeren Autofahrten, im Zug, bei Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten, bei Schmerzen etc.). Sie werden dabei merken, dass mit der Zeit eine starke Generalisierung des Gelernten auftritt, die es Ihnen ermöglicht, in den verschiedensten Situationen und in verschiedenen Körperhaltungen, die sich durchaus von der Droschkenkutscherhaltung unterscheiden, das Autogene Training erfolgreich anzuwenden.

Um die einmal gelernten Fähigkeiten nicht wieder zu verlernen, ist es notwendig, auch nach der Einführungs- und Konsolidierungsphase (also etwa drei bis vier Monate nach Beginn des ersten Trainings) das Autogene Training regelmäßig zu praktizieren, damit der Körper "es nicht vergisst", nicht aus der Übung kommt). In der Regel ist es ausreichend, wenn Sie wenigstens vier- bis fünfmal pro Monat eine vollständige Übung durchführen. Damit erhalten Sie sich die gelernten Fähigkeiten der Selbstentspannung und können sie weiterhin in Belastungssituationen etc. einsetzen.

Darüber hinaus können Sie auch die 7 gelernten Formelvorsätze des Autogenen Trainings für einige Zeit um eine achte, selbst gewählte individuelle Vorsatzbildung in Form einer Zusatzformel ergänzen. Darauf wird unter "Regeln der Formelbildung" näher eingegangen. 


Weitere Themen in der Rubrik "Autogenes Training":