Bild eines Davidsterns

Judentum

Die jüdische Religion ist durch den Glauben an den einzigen Gott Jahwe als Schöpfer der Welt gekennzeichnet. Bezeichnend für das Judentum ist die Entstehungsgeschichte mit dem damit verbundenen Streben nach dem Heiligen Land in Israel, das Jahwe seinem Volk bei der Befreiung aus Ägypten versprochen hatte.

Das Judentum ist am stärksten in den USA verbreitet. Hier leben 5,9 Millionen Juden, in Israel dagegen 4,6 Millionen. Weitere Judenkolonien gibt es in Ostasien, Südrussland, Indien, Äthiopien und Jemen.

Die Geschichte der Juden

Als Urvater der jüdischen Religion gilt der biblische Patriarch Abraham, der einst im Lande Israels, in der Stadt Juda gelebt haben soll. Abraham hatte stark an Jahwe geglaubt, obwohl sein Umfeld polytheistisch orientiert war.

Der Religionsstifter der jüdischen Religion ist Moses (13. Jahrhundert vor Christus). Moses wuchs in Ägypten als Findelkind in der Königfamilie mit seinem Stiefbruder, dem späteren Pharao Ramses, auf. Bei der Erkenntnis seiner hebräischen Wurzeln machte es sich Moses zum Ziel, sein Volk aus dem Sklaventum in Ägypten zu befreien und führte sie aus dem Land.

In der Wüste erhielt Moses die Offenbarung Jahwes. Jahwe sprach auf dem Berg Sinai zu Moses und stellte sich als den einzigen Gott und Schöpfer der Welt vor. Er wies Moses den Weg, um seinem Volk das „heilige Land“ zu zeigen und stellte die zehn Gebote auf. Jahwe versprach Moses und seinem Volk das Heilige Land, wenn sie sich gottesfürchtig und bekennend zu dem einen Gott Jahwe zeigen.

Nachdem das Volk in starkem Glauben an Jahwe im verheißenen heiligen Land eingetroffen war, konnte der Glaube an Jahwe nicht einheitlich umgesetzt werden. Probleme gab es besonders bei der Autoritätsfrage Jahwes und bei der Verteidigung des Landes.

Nachdem das israelische Land zu einem Königreich wurde, gab es unter der Herrschaft Davids und seinem Sohn Salomo Aufstände, die in einer Spaltung des Landes endeten. So entstand das Königreich Israel im Norden und das Königreich Juda im Süden. Hier hatten die Juden ihren festen Sitz und konnten für einige Jahre gemeinsam ihren Glauben festigen. Trotzdem kam es häufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Völkern. Die jüdische Gemeinschaft hielt bis zur Besetzung der Königreiche Juda und Israel im letzen Jahrtausend vor Christus an. Das Land musste verschiedene Eroberungszüge und Kämpfe mit griechischen Philosophen über sich ergehen lassen.

Mit zunehmender Auflehnung der Juden und der Geburt Jesus mit einer neuen Religionsgründung wurde die Existenz der jüdische Religion immer mehr gefährdet. Mit der Besetzung Jerusalems und der Zerstörung des zweiten Tempels der Juden durch Kaiser Titus (70 n.Chr.) wurde die jüdische Gemeinschaft aufgelöst und die Juden zerstreuten sich über alle Länder Europas und des nahen Ostens. Schon während des Mittelalters gab es Judenverfolgungen (in Russland, Polen, Deutschland). So schlossen sich die Juden bereits früh in Ghettos (Judenvierteln) zusammen und suchten dort ihre Glaubensgemeinschaft.

Ende 19. Jahrhunderts kam die sogenannte Zionistische Bewegung (nach dem Namen Zion für Jerusalem) auf, indem Theodor Herzl in seinem Buch „Der Judenstaat“ das jüdische Volk zur Rückkehr nach Palästina aufrief. Die Spitze der Verfolgungsgeschichte der Juden war der Holocaust im Dritten Reich. Die zionistische Bewegung wurde nach Ende des Holocaust und mit Ausrufung des Staates Israel im Jahre 1948 weiter intensiviert. Der Zionismus ist noch heute sowohl eine religiöse als auch eine politische Bewegung des jüdischen Volkes.


Bild einer hebräischen Bibel


Die jüdische Religion ist mit festen Gesetzen und Ritualen verbunden. Sehr strenge (orthodoxe) Juden halten sich an 613 Gebote und Verbote. Die Lehren und Weisungen Jahwes sind in den Schriften der Thora und Halacha verankert. Halacha beinhaltet die 5 Bücher Moses mit den Geboten, in der Thora sind die Interpretationen verfasst. Die wichtigsten Regeln sind in den Zehn Geboten verankert.
Die zehn Gebote lassen sich inhaltlich wie folgt zusammen fassen:
1. Du darfst keinen Gott neben Jahwe verehren
2. Mache dir kein Abbild von Gott
3. Sprich nicht schlecht vom Namen Jahwes
4. Heilige den Sabbattag
5. Ehre deine Eltern
6. Du sollst nicht töten
7. Du sollst nicht Ehe brechen
8. Du sollst nicht stehlen
9. Du sollst nicht lügen
10. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Wie es die zehn Gebote vorschreiben, spielt der Glaube an Jahwe eine besonders wichtige Rolle. Der strenge Glaube äußert sich in den täglichen Gebeten (zu Hause oder in der Synagoge) und der Heiligung des Sabbattages. Nach jüdischem Glauben hat Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen und am siebentem Tag geruht. Dieser Ruhetag, der Sabbat, gilt auch heute noch als besonders heilig. Den Juden ist es verboten, am Sabbattag schöpferisch tätig zu werden. Besonders strenggläubige Juden halten sich bei den Gesetzen des Sabbat an 39 Gesetzgruppen, in denen genau vorgeschrieben ist, was sie zu unterlassen haben (z.B. schreiben, Licht einschalten...) Der Sabbat beginnt 45 Minuten vor Eintritt der Dunkelheit am Freitag und endet am Samstag Abend. Der Glaube wird in der jüdischen Religion durch jüdische Lehrer und Priester (Rabbiner) gelehrt.

Typisch für das Judentum ist das Leben nach bestimmten Reinheitsgesetzen. So wird das Speiseangebot nach reiner Vorschrift abgestimmt. Das Essen muss „koscher“ (rituell rein) zubereitet sein, damit es genießbar ist. Hier ist besonders die Schlachtmethode der Tiere von Bedeutung. Bei der sogenannten Schächtung werden die Tiere zunächst betäubt, bevor ihnen die Halsschlagader aufgeschnitten wird. So kann das Tier vollständig ausbluten und das Essen ist koscher. Verboten ist den Juden der Verzehr von Schweinefleisch, Hasen und bestimmten Fischen. Zudem ist es trefe (nicht koscher), das Fleisch zusammen mit Milcherzeugnissen zu essen. 
Das Gesetz der Reinheit wird neben der Speisezubereitung auch auf andere Lebensbereiche ausgedehnt. Schon kurz nach der Geburt muss das Glied jedes männlichen Neugeborenen beschnitten werden. Die Beschneidung ist ein Ritual der Juden und soll die Nähe zu Jahwe verkörpern. Die Reinheitsgesetze in der jüdischen Religion müssen auch von der Frau (nach der Geburt oder während der Menstruation) eingehalten werden. In dieser Zeit müssen sie sich im Tauchbad, der sogenannten Mikwe rein waschen. Die Mikwe ist für die Juden wichtiger als die Synagoge.

Neben den Geboten und Verboten gehören zum Leben eines Juden noch viele andere Sitten und Bräuche wie z.B. die Pflicht der Wohltätigkeit, Feierlichkeiten wie das Passah-Fest, Wochenfest, Laubhüttenfest. Höchster Feiertag ist der Versöhnungstag (Jom Kippur).

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