Bild einer Moschee

Islam

Der Islam ist die jüngste Weltreligion und wurde 622 nach Christus durch den Schafhirten Muhammad (europäisch Mohammed) gegründet. Kennzeichnend für den Islam ist der Monotheismus (die Verehrung des einzigen Gottes Allah) und die ganzheitliche Orientierung an den Weisungen Allahs.

Heute findet der Glaube des Islam mit seinen rund 1 Milliarde Anhängern seine Verbreitung besonders in der Türkei, in Asien und Nordafrika. In den meisten Ländern, in denen muslimische Einwohner überwiegen, ist der Islam Staatsreligion.

Die Gründung des Islam

Nach längerer Suche nach dem Sinn des Lebens erschien Mohammed im Schlaf der Engel Gabriel und verkündete ihm die Weisungen Allahs. Mohammed sollte die Lehren der Welt verkünden und machte sich als Prophet auf den Weg. In Mekka, Mohammeds Geburtsstadt, stieß er auf wenig Gehör, da zu dem Zeitpunkt sowohl eine polytheistische Religionsform, als auch das Judentum und Christentum verbreitet war. So wanderte Mohammed im Jahre 622 nach Medina (heutiges Saudi Arabien) aus und verkündete dort als Prophet Allahs Weisungen. Der Zeitpunkt der Auswanderung und der Begründung des Islam wird auch als Hedschra bezeichnet. Hedschra ist der Anfang der islamischen Zeitrechnung, die folglich 622 Jahre nach unserer Zeit beginnt. In Medina gründete Mohammed aufgrund des Widerstandes der Christen und Juden eine völlig neue Religion, den Islam („Ergebung in Gottes Willen“).

Mohammed berief sich auf den Stammesvater Abraham, der die Kaaba (schwarzer Stein in Mekka) für den alleinigen Gott Allah gebaut habe. Dieser Ort gilt noch heute als Pilgerstädte der Muslime. Nachdem sich in Medina der Islam durchgesetzt hatte, bekämpften deren Anhänger Gegner in Mekka sowie Juden und Christen. Die Muslime übernahmen dabei die Oberhand. Nach dem Tode Mohammeds breiteten sich die Lehren des Islam über Arabien und seinen Nachbarländern schnell aus. In weniger als zwei Jahrzehnten eroberten die Muslime unter der Führung der Kalifen Abu Bekr, Omar und Ali Syrien, den Irak, Palästina, Ägypten und letztendlich das persische Kaiserreich. Die Verbreitung des Islam über die gesamte Welt ist – damals wie heute - ein großes Ziel der Moslems. In dem Zusammenhang der Verbreitung der islamischen Religion wird auch heute noch die Bezeichnung „Djihad“ verwendet.

Der monotheistische Gottesbild Allahs

Der Islam ist geprägt durch ein ausschließlich monotheistisches Gottesbild. Allah ist im Islam der vollkommene Gott mit unvergleichbaren Eigenschaften: Er ist der Schöpfer und Erhalter aller Dinge. Nichts geschieht ohne Allahs Willen. Die wichtigste Lehre des Islam heißt daher: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Muhammad ist sein Prophet." Dieses Glaubensbekenntnis ist in arabischer Zierschrift verfasst und stellt das Symbol des Islams dar.

Nach islamischer Lehre sandte Allah mehrere Propheten (Adam, Abraham, Moses, Jesus), über die er der ganzen Welt Botschaften überbringen ließ. Diese Botschaften sind festgehalten in sämtlichen Schriften (Thora, Psalmen, Evangelien). Für den Islam war Mohammed der letzte Prophet, der alle vollendeten Offenbarungen Allahs überbrachte. Diese göttlichen Weisungen prägen noch heute den Glauben des Islam. Sie sind niedergeschrieben im Koran, der Wegweiser der Menschen zum gottgewollten Verhalten. Die Anhänger des Islam werden Muslime oder Moslems genannt. Der Bezeichnung Mohammedaner ist nicht richtig, da sie suggerieren würde, dass die Anhänger des Islam Mohammed verehren. 

Der Lebensweg im Islam

Der Glaube des Islam wirkt sich ganzheitlich auf alle Lebensbereiche (Familie und Gesellschaft, Ernährung, Wissenschaft...) aus. Der gläubige Muslim befolgt in allen Lebenssituationen die Gesetze Gottes. Dazu gehört die Erforschung der Natur und die Hingabe zu wissenschaftlichen Forschungen.

Nach Lehre des Islam sind dem menschlichen Intellekt und der Wissenschaft Grenzen gesetzt. Durch die göttliche Offenbarung können diese Grenzen überschritten werden. Die Unterscheidung zwischen einzelnen Menschen kann demnach nur auf geistig, gottesehrfürchtiger Ebene nicht aber aufgrund äußerer Erscheinungen wie Hautfarbe und Rasse vorgenommen werden.

Bild eines Auszuges aus dem Koran

Zur ganzheitlichen Lebensweise des Moslems nach den Vorschriften des Koran und Hadith (Ergänzender Wegweiser) gehört auch das Ernährungsverhalten: Einem Moslem ist es streng verboten, Schweinefleisch zu essen und alkoholische Getränke zu sich zu nehmen.

Das wichtigste Ziel des Moslems ist es, durch die perfekte Befolgung aller Vorschriften ins Paradies zu gelangen. Das Paradies ist die für die Moslems ein irdischer Ort, der dem Menschen alle Wünsche erfüllt.

Die Pflichten im Islam

Bild von Moslems beim Gebet

Mit dem islamischen Glauben sind für die Muslime fünf Hauptpflichten verbunden. Die sogenannten Säulen des Islam sind:

  1. Das Bekenntnis zu dem einen Gott Allah und der Glaube an seinen letzten Propheten (Shahada) Muhammad.

  2. Das tägliche fünfmalige Gebet (Salat) soll der Reinwaschung der Seele dienen. Jeder Moslem wird dazu aufgefordert, fünfmal am Tag zu bestimmten Gebetsstunden nach Mekka gerichtet zu beten. Das Beten findet in islamischen Ländern in einer Moschee statt. Außerhalb von Moscheen kann auch gebetet werden. Dafür wird meistens ein Teppich ausgebreitet, auf dem die Moslems niederknien und sich betend verneigen. Ein gemeinsamer Gottesdienst mit Gebeten und Unterweisungen findet jeden Freitag in der Moschee statt.

  3. Die Vermögensabgabe (Zakat) ist bei den Moslems ein festgelegter Satz, der den Armen und Bedürftigen zur Verfügung gestellt wird. Diese Wohltätigkeitsgelder werden in vielen islamischen Staaten durch einen festen Steuersatz eingetrieben.

  4. Das Fasten während des Fastenmonats Ramadan dient der Reinwaschung und der Übung zur Askese. Während dieser Zeit darf erst nach Sonnenuntergang gegessen und getrunken werden. Am Ende des Ramadan findet ein großes Fest statt, das vergleichbar mit dem Weihnachtsfest ist. 

  5. Nach Möglichkeit sollte jeder Moslem in seinem Leben einmal eine Pilgerfahrt (Hadjdj) nach Mekka unternehmen. Die Pilgerfahrt findet im zwölften Monat des islamischen Jahres für sieben Tage statt. Dabei verbringt der Moslem die Zeit in einem weißen Gewand in den Heiligen Stätten und umschreitet siebenmalig den Kaaba (schwarzer Stein). Im Anschluss an die Pilgerreise besuchen viele Moslems die Grabstätte Mohammeds in Medina. 

Neben den fünf Pflichten des Islam ist die Befolgung der zehn Gebote, ähnlich wie bei den Juden und Christen von großer Bedeutung. Zudem gibt es weitere Weisungen Allahs wie z. B. den Verzicht auf alkoholische Getränke und Schweinefleisch.

Die unterschiedlichen Auslegungen des Islam

Während der Verbreitung des Islams unter den Kalifen bildeten sich zwei Hauptglaubensgruppen: die Sunniten und die Schiiten. Begründet liegt die Spaltung des Islams in den unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der Nachfolge nach dem dritten Kalifen Ali. Aus den damaligen Meinungsverschiedenheiten haben sich die beiden Gruppierungen ergeben, die deutliche Unterschiede in ihrer Glaubensform aufweisen. Zudem gibt es weitere Spaltungen in den Gruppen der Sunniten und Schiiten. Aus dieser Kluft zwischen den islamischen Gruppen ergeben sich noch heute gravierende Kämpfe zwischen einzelnen Gruppierungen.

Eine weitere Distanzierung im Islam ist der sogenannte Fundamentalismus bzw. Islamismus. Diese Gruppierung möchte sich für die Rückbesinnung zu den ursprünglichen Formen des Islam einsetzen und sich von sämtlichen modernen Auslegungen distanzieren. Häufig geht es den Fundamentalisten jedoch eher um ein politisches Ziel als um die eigentliche religiöse Seite.

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Islam übersichtlich erklärt: Mohammed, Allah, Moslems, Gründung des Islam. Die Bedeutung von Mekka und Medina. Pflichten und Brauchtum im Islam.