Hände mit Kreuz

Christentum

Die Bezeichnung Christentum ist ein Sammelbegriff aller Religion, deren Anhänger an Jesus Christus als den Sohn Gottes glauben. Alle Christen glauben, dass Jesus die Menschheit von den Sünden erlöst hat und vom Tode auferstanden ist. Der Glaube an Jesus Christus hat nahezu die gesamte westliche Welt geprägt, insbesondere die Jahreszahlen und unsere Feiertage. Bei der christlichen Religion gibt es viele Gemeinsamkeiten aber auch unterschiedliche Auslegungen, je nach kirchlicher Gemeinschaft. Die unterschiedlichen christlichen Gemeinschaften (Katholiken, Protestanten, Anglikaner...) haben sich seit dem 11. Jahrhundert durch zahlreiche Glaubenskämpfe gebildet. Die Zahl der Christen wird weltweit auf zwei Milliarden geschätzt. Davon leben 60% in der Dritten Welt, der Rest verteilt sich auf Europa, Afrika, Nord- und Lateinamerika.

Die Geschichte Jesu

Jesus war der Sohn von Josef und Maria und wuchs in Nazareth auf. Sein Vater stammt aus dem Hause Davids, der jüdischen Königsfamilie. Bereits vor der Geburt Jesus (etwa im Jahre 4 v.Chr.) erhielt seine Mutter Maria die Botschaft, dass sie den Erlöser (Messias) gebären werde. Jesus sah sich als Gesandter und Sohn Gottes. Er mobilisierte viele Menschen und predigte an öffentlichen Plätzen in Palästina. Jesus verkündete die Botschaft Gottes, rief zur Nächstenliebe auf und trat als Wunderheiler der Kranken und Schwachen auf. Jesus Hauptanhänger waren seine Jünger und zwölf Apostel. 4 Jünger (Matthäus, Lukas, Markus und Johannes) beschrieben Jesus Leben, das in den 4 Evangelien des neuen Testamentes der Bibel festgehalten wird. Durch Jesus Taten wurde er von den Juden auf dem Passahfest gefeiert und als der Erlöser der Menschheit (Messias), der von Gott gesandt wurde, angesehen.

Die Behörden betrachteten Jesus als Gotteslästerer und verurteilten ihn unter dem Stadthalter Pontius Pilatus zum Tode. Seine Jünger glaubten an Jesus, begleiteten ihn auf dem langen Lebensweg bis zur Kreuzigung (etwa im Jahre 28) und feierten das Abendmahl vor seinem Tode mit ihm. Jesus wurde zum Gesalbten (Christos, Messias) und starb am Kreuze. Als besonderes Ereignis in Jesus Geschichte gilt die Auferstehung Jesus (Osterfest) und die Erlösung durch Gott (Christi Himmelfahrt).


Bild einer Tafel mit dem Wort Jesus


Die Entwicklung des Christentums

Nach Jesu Tod und Auferstehung verbreitete sich schnell die Botschaft, dass Jesus Gottes Sohn war und die Menschen von den Sünden befreit hat. Es entstand eine eigene Religion, das Christentum. Obwohl die christlichen Religionen einheitliche Wurzeln haben, ergaben sich im Laufe der Zeit unterschiedliche Auslegungen des christlichen Glaubens.  Nach den daraus resultierenden Missständen entwickelten sich unterschiedliche christliche Religionen. Die erste prägende Phase der Glaubensstreitigkeiten, bei der es vorwiegend um das Kirchenoberhaupt (den Papst) ging, führte im Jahre 1054 zur Spaltung des Christentums in eine Westkirche (katholische Kirche) und eine Ostkirche (griechisch orthodoxe Kirche). Die Westkirche wurde seit dem Jahre 1517 durch Luther, Calvin und Zwingli reformiert. Ziel der Reformation war es, den christlichen Glauben weniger streng zu gestalten. So sollten vor allem die Menschen durch ihren Glauben belohnt werden und nicht vorwiegend als Sündiger betrachtet werden. Zudem wurde das Wort des Papstes nicht mehr als das Allmächtige betrachtet. Die protestantische Bewegung fand im Mittelalter viele Anhänger (evangelischen Christen), die von der katholischen Kirche stark bekämpft wurden. Als Konsequenz der protestantischen Bewegung wurde die wirtschaftliche und wissenschaftliche Entwicklung gefördert. Die Spaltung der westlichen Kirche im Mittelalter führte lange Zeit zu Disputen und beeinflusste stark das zwischenmenschliche Verhältnis. Evangelische Christen waren generell offen für Veränderungen an den konservativen Strukturen und der Kirche gegenüber liberal eingestellt. Die Katholiken dagegen besannen sich auf die historische Überlieferung des Glaubens und hielten an ihrer Auslegung der Heiligen Schriften (Bibel) fest.

Glauben und Bräuche des Christentums

Aufgrund der mehrmaligen Spaltung des Christentums mit unterschiedlichen Auslegungen gibt es zum Teil große Unterschiede in dem Bekenntnis zum christlichen Glauben. Allen Christen gemeinsam ist der Glaube an Jesus Christus als den Sohn Gottes, der von den Toten auferstanden ist. Das Ziel der Auferstehung nach dem Tode und dem Leben in einer übergeordneten Welt (dem Paradies) ist ein wichtiges Element des christlichen Glaubens. Dabei soll jeder Christ nach dem Tode vor Gott ins Gericht treten, der über die Auferstehung entscheidet. Die Heiligen Schriften in Form der Bibel bieten für jeden Christen die Grundlage des Glaubens. Dabei hängt es von der Art der christlichen Glaubensgemeinschaft ab, wie die Schriften ausgelegt werden. Jede Glaubensgemeinschaft hat eine Kirche. In der Kirchengemeinde finden regelmäßig Gottesdienste statt, in denen die Christen gemeinsam den Glauben bekennen und beten. Die Gottesdienste finden besonders am Wochenende und an den Feiertagen statt.
Zu den Bräuchen des Christentums gehören bestimmte Feiertage, die sich an Jesu Lebensweg orientieren. Die Geburt Jesus Christus wird an Weihnachten gefeiert. Zum Gedenken an den Leidensweg Jesu und seinen Tod praktizieren die Christen die Fastenzeit. Die Auferstehung wird Ostern gefeiert.
Jeder Christ wird einige Wochen nach der Geburt durch die Taufe in die christliche Glaubensgemeinde aufgenommen. Weitere Zeremonien des christlichen Glaubensbekenntnisses sind die Kommunion und die Firmung (katholische Kirche) oder die Konfirmation (evangelische Kirche).

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