Taoismus

Die in China neben Buddhismus und Konfuzianismus vertretene Philosophie des Taoismus ist die (westliche) Bezeichnung für eine
- philosophische (tao-chia) und
- religiöse (tao-chiao)
Tradition. Beiden gemeinsam ist, dass sie die Schrift Tao-te ching von Laotse (Lao-tzu) befolgen.

Der Kern des Taoismus ist das Tao (=Weg), welches das Universum und die Dinge der Welt hervorbringt und eine Art "Ur-Prinzip" darstellt, d. h. Voraussetzung für alles Sein, Handeln und Wirken ist.
Da Te (=Tugend) liefert den Menschen die Norm für ihr ethisches und politisches Verhalten.

Noch heute hat der Inhalt von "Tao Te Ching", dem Buch über den Weg der Tugend, für viele Chinesen die Bedeutung einer Religion. Im Mittelpunkt des Taoismus steht die Lehre von Yin und Yang. Diese beiden Prinzipien bilden keine grundsätzlichen, sich wiedersprechenden Kräfte, sondern vielmehr Pole, die sich entsprechen und ergänzen. Symbolisiert wird das dynamische Kräftespiel zwischen Yin und Yang mit Hilfe eines weißen und eines schwarzen Halbkreises, welche sich gegenseitig durchdringen und ein harmonisches Ganzes bilden; man könnte auch zwei stilisierte Fische darin erkennen.

Das Yin

Das Yin stellt die Weichheit, die Nachgiebigkeit, die Passivität, das Weibliche, das Prinzip des Empfangens, Ruhe, Nacht, Erde, Dunkelheit, Kälte und das Negative dar.

Das Yang

Das Yang ist das Ergänzende und das Gegenteil zugleich: Die Härte, die Festigkeit, die Aktivität, das Prinzip des Gebens, das Positive, die Bewegung, Tag, Himmel, Licht, Hitze und das Männliche.




Der kleine Kreis in der jeweils anderen Farbe deutet an, dass sich innerhalb des Yin auch ein gewisses Maß an Yang befindet und umgekehrt. Yin und Yang sind zwar gegengerichtete Bewegungen, die sich aber nicht aufheben, sondern ständig gegenseitig antreiben und beeinflussen. So endet der Tag in der Nacht und die Nacht geht in den Tag über. Die Erfüllung des einen wird beständig zur Voraussetzung des anderen.

Weil Harmonie und Gleichgewicht der Lebenskräfte wesentliche Voraussetzungen für einen gesunden Körper sind, sucht beispielsweise ein chinesischer Arzt zunächst nach Störungen von Yin und Yang, da ein Ungleichgewicht zwischen beiden Faktoren Krankheit bzw. ein gestörtes Wohlbefinden bedeuten würde: Yin-Krankheiten werden dabei durch eine Unterfunktion, Yang-Krankheiten durch eine Überfunktion verursacht.

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