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Krampfadern - Wenn die Venen nachgeben

Wolfach, Juli 2012. Sitzen Sie viel? Sind Sie viel auf den Beinen? Dann gehören Sie zu den Millionen Deutschen, die ein erhöhtes Risiko für eine Venenschwäche (medizinisch: Veneninsuffizienz) aufweisen. Bei dieser Erkrankung sind einzelne Venen – meist in den Beinen – gar nicht mehr oder nur noch teilweise in der Lage, das Blut zurück in Richtung Herz zu leiten.

Gefährliche Gerinnsel

Im Anfangsstadium handelt es sich häufig um ein kosmetisches Problem in Form der harmlosen „Besenreiser“: feine, lilafarbene Äderchen unter der Hautoberfläche. „Doch spätestens, wenn sich die dicken blauen Adern nicht mehr übersehen lassen, können Krampfadern gefährlich werden“, so Dr. „Denn in den betroffenen Venen staut sich das Blut, was zu Geschwüren und Blutgerinnseln führen kann.“ Gelangt eines dieser Gerinnsel in die Lunge, resultiert dies im schlimmsten Fall in einer Lungenembolie, also einem verstopften Lungengefäß. Weniger schlimm, aber häufiger sind Venenentzündungen. Dabei verursachen Gerinnsel eine Entzündung oberflächlicher Venen. 

Wie entstehen Krampfadern?

Der weitaus größte Teil des Blutes zirkuliert in unseren Beinen. Die Beinvenen leisten folglich Schwerstarbeit, wenn es darum geht, das sauerstoffarme Blut – entgegen der Schwerkraft – zurück zum Herz zu befördern. Aufgrund dieser Belastung weiten sich bei vielen Menschen im Laufe der Zeit die Venen. „Weitere Risikofaktoren sind neben einer erblichen Vorbelastung vor allem häufiges, langes Stehen oder Sitzen“, so Dr. Ansorge. „Auch Erkrankungen wie Diabetes, die die natürliche Durchblutung stören, begünstigen die Entstehung von Krampfadern.“

Schmerzfreie Diagnose

Krampfadern verursachen gerade im Anfangsstadium keine oder nur unspezifische Schmerzen, weshalb viele Betroffene erst spät zum Arzt gehen. Dabei ist die Diagnose meist kurz und schmerzfrei. Mit Hilfe einer Ultraschall-Untersuchung kann der Arzt feststellen, ob die tiefer unter der Haut liegenden (und damit nicht sichtbaren) Venen erkrankt sind. In schwierigeren Fällen klären Computer-Tomographie (CT) oder Magnetresonanz-Tomographie (MRT) darüber auf, ob die Venen gesund sind.

Behandlung

Hilfe bei erkrankten Venen versprechen Verödung oder Operation. Bei der sogenannten Verödung wird unter lokaler Betäubung eine Flüssigkeit in die kranke Vene gespritzt. Die Vene verschließt sich und wird vom Körper innerhalb weniger Monate abgebaut. Dieses Verfahren ist allerdings nur bei kleineren Krampfadern möglich. Bei ausgeprägten Krampfadern ist eine Operation ratsam, das sogenannte Venenstripping. Hierbei entfernt der Arzt die gesamte, erkrankte Krampfader, das Blut fließt anschließend über die gesunden Gefäße.

Interview

Fragen an Dr. Volker Ansorge, Chefarzt Chirurgie am Ortenau Klinikum Wolfach 

Herr Dr. Ansorge, woran erkenne ich Krampfadern?

„Erste Symptome können schwere, schmerzende Beine sein, insbesondere nach langem Stehen oder Sitzen, aber auch Juckreiz oder Kribbeln in den Beinen.“

Warum sollte ich mit einem Venenleiden möglichst frühzeitig meinen Hausarzt oder einen Spezialisten aufsuchen?

„Je eher das Leiden diagnostiziert wird und die Behandlung erfolgt, desto besser lässt sich das Fortschreiten der Krankheit verhindern, also Entzündungen oder das Entstehen von Blutgerinnseln.“

Gibt es Möglichkeiten, Krampfadern vorzubeugen?

„Ja, durch Kneippanwendungen wie kalte Unterschenkelgüsse. Aber auch Gehen, Nordic Walking und Venengymnastik fördern die Durchblutung und unterstützen die Venenfunktionen. Wer Übergewicht vermeidet und sich regelmäßig bewegt, beugt Venenleiden vor.“


Über das Ortenau Klinikum 

Das  Ortenau  Klinikum  (www.Ortenau-Klinikum.de) ist  ein  Baden-Württembergischer Klinikverbund mit zahlreichen    medizinischen    Zentren    und    Schwerpunkten   an   neun Klinikstandorten   und   insgesamt   1.800   Planbetten.   Mit  rund  5.000 Mitarbeitern  zählt das Ortenau Klinikum deutschlandweit zu den 100 größten Arbeitgebern  in  der  Gesundheitsbranche.  Träger  ist  der  Ortenaukreis. Jährlich  werden  hier  75.000  Patienten stationär behandelt. Und jährlich erblicken 3.500 Babys in den Ortenauer Kreißsälen das Licht der Welt.

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