Wenn Sex zur olympischen Disziplin wird

Sexualität wird nicht nur in Tagen von Olympia vielfach zur sportlichen Herausforderung: immer häufiger stehen vor allem Männer unter sexuellem Leistungsdruck – ein Podcast soll nun aufklären

Bei den olympischen Sommerspielen 1924 in Paris zitierte man erstmalig das neue Motto „Höher, schneller, weiter“ und auch im olympischen Dorf von London 2012 dreht sich alles um große Ziele und Rekorde.

Aber die Jagd nach Rekorden und Bestmarken hat auch in den Schlafzimmern Einzug gehalten. Und tatsächlich sind nicht nur in einschlägigen Foren oder entsprechenden Webseiten jede Menge Schlagzeilen aufgelistet, die so mancher als Norm versteht: „Längster bei einem Menschen gemessener Penis: 34,3 cm“, „Pornodarsteller J. Dough befriedigt 55 Frauen an einem Tag“. In einer kalifornischen Studie ergab die Suche nach den meisten Orgasmen in einer Stunde die unglaublichen Zahlen von 163 Orgasmen bei einer Frau und 16 bei einem Mann.

„Wer sich solche Rekorde selbst als Maßstab setzt, verliert bald die Lust an der Lust“ sagt Dr. Christian Leiber, Vorstandsmitglied des Informationszentrums für Sexualität und Gesundheit e. V. Seit Jahren nimmt deshalb auch in der westlichen Welt die Häufigkeit sexueller Kontakte ab.

Der Urologe am Universitätsklinikum Freiburg weiß sowohl aus seinem Klinikalltag als auch aus den Telefonberatungen für das ISG welche Auswirkungen dieses Streben nach Perfektion in allen Lebenslagen haben kann: „Dieser Leistungsdruck führt dazu, dass Sexualität nach Regiebuch läuft und sich nicht aus der Leidenschaft heraus entfalten kann.“

Die Anfragen verunsicherter Männer und Frauen, die Hilfe beim ISG suchen, belegen Dr. Leibers Beobachtungen. „Im Gegensatz zu schneller, weiter, höher gilt in der Sexualität, dass der am meisten Spaß hat, der sich und seinen Partner mit den wenigsten Leistungsansprüchen unter Druck setzt. Hier kann jeder die Goldmedaille bekommen, wenn er nur entsprechend Spaß hat.“

Eine entspannte und befriedigende Sexualität ist von großer Bedeutung für eine funktionierende Partnerschaft. Nicht nur, um mit weit verbreiteten Mythen aufzuräumen, hat das ISG seinen Olympiapodcast mit Dr. Christian Leiber auf seine Website www.isg-info.de gestellt, der Interessierten helfen soll,  sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und so eine erfüllte Sexualität zu erleben.

Auf der Website finden sich außerdem eine Vielzahl an Informationen, Tipps und Adressen rund um die Themen Sexualität und Gesundheit.

Das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit (ISG ) e.V.  rät den Frauen, ihren Gynäkologen oder behandelnden Arzt bei zusätzlicher Medikamenteneinnahme darauf anzusprechen, wie Anwendungsfehler und unerwünschte Begleiterscheinungen vermieden werden können. Auch die telefonische Hotline des ISG unter 0180 555 84 84 (14 ct./Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk abweichend) weiß Rat und kann weiterhelfen.

Hintergrundinformation:
ISG -  fachgerecht informiert, diskret beraten

Das Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V. (ISG) mit Sitz in Freiburg leistet im Auftrag von Liebe & Sexualität Pionierarbeit. Im April 1999 gegründet, ist der Verein bundesweit die erste Anlaufstelle für Fragen rund um Liebe, Lust und sexuelle Störungen. Dem Vorstand und Beirat des Vereins gehören neben Urologen und Psychiatern auch Hausärzte, Internisten, Kardiologen und Gynäkologen an.

Unter dem Dach des ISG haben sich die ausgewiesenen Experten aus Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen geschlossen, um die gesundheitsfördernde Wirkung der Liebe publik zu machen und zu einer zeitgemäßen Bewusstseinsbildung beizutragen: denn Liebe hält nachweislich körperlich und geistig gesund, wenn sie aktiv gelebt wird. Sexuelle Störungen sind eine Frage der Gesundheit und des persönlichen Glücks – und kein Thema für Vorurteile, Tabus und Mythen.

Für alle, die mehr über ihre Gesundheit sowie eine liebe- und lustvolle Sexualität erfahren möchten, bietet das ISG die Zeitschrift „Liebe hält gesund“ an, sowie fachgerechte Broschüren und hilfreiche Informationsblätter. Qualifizierte Informationen können über das Internet direkt eingesehen oder per E-Mail bzw. Post angefordert werden:

ISG - Informationszentrum für Sexualität und Gesundheit e.V.
Geschäftsstelle, Universitätsklinikum Freiburg
Hugstetter Straße 55, 79106 Freiburg

ISG Infoline:     0 180 - 555 84 84
(14 Cent /Min. aus dem Festnetz, max. 42 Cent/ Min. aus dem Mobilfunk)
Montag und Mittwoch 16 bis 18 Uhr, Freitag, 10 bis 12 Uhr

Internet: www.ISG-info.de E-Mail: info@isg-info.de

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