Schmerztherapie und Schmerzmanagement

Das schmerzfreie Krankenhaus

Mehr Lebensqualität und bessere Versorgung von Patienten durch Schmerzmanagement an Krankenhäusern

Viele Patienten fürchten sich vor Schmerzen, die nach einer Operation auftreten können. Schmerzen beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern beeinflussen auch die Erfolge von Operation und Genesung negativ. Was tun, wenn Schmerzen nicht nachlassen und chronisch und damit zum eigentlichen Problem werden?

Einfach wie effektiv: Die Schmerzskala

Zur Optimierung der Schmerztherapie wurde an einigen Krankenhäusern in Deutschland bereits ein klinikeigener Schmerz-Dienst etabliert. Das bedeutet konkret: Ärzte aller Abteilungen, Pflegekräfte mit einer Zusatzweiterbildung zur sogenannten Pain Nurse sowie Apotheker kümmern sich um die Behandlung und Beseitigung akuter oder chronischer Schmerzen. „Schmerz ist die komplexeste Wahrnehmung, die ein Mensch haben kann“, so Volker Teufel, Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Klinikum Landkreis Tuttlingen. „Anhand einer Schmerzanamnese und einer Schmerzskala wird im Rahmen des klinikeigenen Schmerzmanagements die Schmerzintensität aller Patienten bei der Aufnahme und während des gesamten Behandlungsverlaufes gemessen.“

Foto einer Schmerzpatientin bei der Behandlung

Individuelle Betreuung durch Pain Nurses

Eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität der Patienten erfordert jedoch noch mehr: „Eine klare Ausrichtung der Schmerztherapie auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten ist dringend notwendig“, führt Petra Kratt, Pain Nurse am Klinikum Landkreis Tuttlingen, aus. „Erst wenn wir uns bei der Schmerztherapie nicht nur an der Schmerzstärke, sondern auch am individuellen Behandlungsziel orientieren, kann der Patient wieder ohne Beeinträchtigung ihm wichtige Dinge tun und gelangt zu mehr Lebensqualität.“ In täglichen Gesprächen werden alle Patienten von den Pain Nurses zum Umgang mit ihren Schmerzen und über Möglichkeiten der persönlichen Einflussnahme auf die Schmerzentwicklung beraten. Das Berufsbild der Pain Nurse kommt übrigens aus den USA und bezeichnet Pflege-Fachkräfte, die sich speziell um das Schmerzmanagement kümmern.

Persönliche Gespräche helfen

Die Pain Nurses sind immer erreich- und ansprechbar. Dadurch fühlen Patienten sich ernst genommen und gut betreut. Die persönlichen Gespräche sind ein wesentlicher Bestandteil des Schmerzmanagements. Zu einer umfassenden und individuellen Schmerztherapie gehören weiterhin medikamentöse und begleitende Maßnahmen wie physiotherapeutische, physikalische und psychologische Maßnahmen. Unter Einbeziehung neuester Erkenntnisse kommen auch invasive Techniken (z.B. Schmerzpumpen) zur Anwendung, wodurch eine bessere Schmerztherapie und schnellere Mobilisierung nach größeren Operationen erzielt wird.

Viele Patienten werden dank des Schmerzmanagements an Krankenhäusern inzwischen erfolgreich und schmerzarm behandelt. Im Mittelpunkt steht die verbesserte Lebensqualität und Versorgung von Schmerzpatienten. Einige Krankenhäuser erhielten inzwischen sogar die Re-Zertifizierung, so zum Beispiel das Klinikum Landkreis Tuttlingen. Eine hohe Anzahl ausgebildeter Pain-Nurses an dessen Standorten Tuttlingen und Spaichingen, die hohe Motivation der Mitarbeiter und die gute Schmerzdokumentation trugen dazu bei. 


Was tun, wenn Schmerzen nicht nachlassen? Einige Krankenhäuser haben einen eigenen Schmerz-Dienst etabliert. Schmerztherapie und Schmerzmanagement.