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Das kleine Danke

von: zestra

27.05.2008 - 09:45 Uhr

Beiträge: 7

Hallo Angelika,

stell doch bitte noch mehr solche Geschichten ein. Wirklich ganz reizend zu lesen.

von: neander

29.07.2007 - 19:48 Uhr

Beiträge: 10

Hallo Angelika,

wirklich schön geschrieben. Noch mehr davon, Bitte Bitte.

von: harald

18.06.2007 - 17:58 Uhr

Beiträge: 49

Hallo Angelika,

das liest sich sehr schön. Wirklich super geschrieben. Ganz großer Beifall.

Viele Grüße,
Harald

von: orchidee

16.06.2007 - 22:16 Uhr

Beiträge: 18

Hallo Angelika,

das ist ja wirklich eine tolle Geschichte. Und sie ist klasse geschrieben. :D
Das Danke wird tatsächlich immer weniger beachtet. Umso wichtiger, dem Wort eine Geschichte zu widmen.
DANKE, Angelika

Viele Grüße von der Orchidee

von: mannhay

14.06.2007 - 18:52 Uhr

Beiträge: 6

Eine Geschichte aus meiner Feder

Das kleine Danke
© Angelika Haymann

Es war einmal ein kleines Dankeschön, das wusste nicht so recht, wo es hingehörte, vielleicht kam es daher, weil es eben noch so klein war. Eines Tages machte es sich auf den Weg in die Welt, um seinen Besitzer zu suchen. Denn für jedes Dankeschön auf der Welt gibt es einen, zu dem es gehört.
Das Dankeschön, nennen wir es kurz Danke, darauf hört es nämlich auch, sah sich in der Welt um.
Irgendwann fiel ihm eine Frau auf. Groß und schlank, das Gesicht hübsch bunt angemalt, stand sie im Eingang eines Kaufhauses, hinter einem hohen Tisch, auf dem ein dickes Buch lag und wirkte mächtig wichtig. Vor ihr stand ein Schild, auf dem zu lesen war: „Beschwerdestelle“.
„Da bin ich richtig, weil sie vielen Menschen hilft “ dachte sich das Danke und sagte zu der Frau: „Guten Tag, ich bin das Danke und gehöre zu dir!“
Die Frau starrte das Danke entsetzt an: „Wer schenkt mir schon ein Danke! Jeder meckert hier rum und keiner hat ein freundliches Wort übrig. Außerdem will ich kein Danke bekommen, weil es bestimmt nicht ehrlich gemeint ist. Verzieh dich und such dir jemand anderes.“
Sie drehte sie dem Danke den Rücken zu.
Betrübt zog das kleine Danke weiter. Bald traf es einen Mann, der in einem großen Wohnhaus als Hausmeister arbeitete. Geschäftig eilte er durch das Haus, schraubte hier, fegte dort, mähte den Rasen.
„Na, hier bin ich bestimmt richtig, der Mann ist so fleißig, der wartet auf mich!“ dachte das Danke und ging auf den Hausmeister zu, der mit wehendem Arbeitskittel gerade in den Keller des Hauses steigen wollte.
„Hallo, ich bin das Danke und du freust dich bestimmt über mich!“
Der Mann drehte sich auf dem Treppenabsatz um und sah das Danke griesgrämig, mit herab gezogenen Mundwinkeln an: „Da bist du an der falschen Adresse. Niemand hat mir jemals ein Danke geschenkt. Tag und Nacht schufte ich mich für die Mieter ab und keiner kam bisher auf die Idee! Nein, verzieh dich, du gehörst nicht mir!“
Lange Zeit später kam das Danke, es war bereits recht müde, bei einer alten Frau vorbei, die allein in einer kleinen Wohnung lebte. Müde und traurig saß sie am Fenster und sah auf die Straße hinaus, als wartete sie auf etwas. Ihren faltigen Händen sah man an, dass sie in ihrem langen Leben viel arbeiten mussten. Nun lagen sie müßig im Schoß und hatten nichts zu tun.
Das Danke war vorsichtig geworden, zu oft hatten die Menschen es verscheucht. Es blickte sich in dem kleinen Zimmer um, an den Wänden hingen Fotos, auf der Kommode stand allerlei Krimskrams herum, kleine Vasen, Engelchen, eine Spieluhr.
Das Danke näherte sich der alten Frau und sagte leise: „Hallo, ich bin das Danke! Glaubst du, dass ich zu dir gehöre? Kein Mensch will mich haben, verstehst du das?“
Ungläubig sah die Frau aus trüben Augen, in denen Tränen standen, auf das Danke. Sie flüsterte: „Das ich das noch erleben darf. Solange habe ich auf dich gewartet und nun bist du da!“
Sie hielt inne, das Danke konnte förmlich sehen, wie ihre Gedanken arbeiteten. Sicher überlegte sie sich ein paar schöne Worte.
Die Frau aber sagte: „Nein, ich glaube, du bist doch an der falschen Adresse. Wer sollte mir schon danken? Meine Kinder wohnen weit fort und haben sich lange nicht gemeldet. Niemand braucht mich und darum schenkt mir auch keiner ein Danke, sei es noch so klein..“
Sie wandte sich wieder zum Fenster und das Danke schlich davon.

Also wieder nichts! Langsam verzweifelte das Danke. Es konnte doch nicht möglich sein, dass es keiner haben wollte, dabei kostete es seinen Besitzer nicht einmal etwas. Irgendwo gehörte es doch hin! Was sollte es nur tun?
Kreuz und quer zog das kleine Danke durch die Welt. Überall hörte es das gleiche: „Hau ab, ich will dich nicht! Wenn ich ein Danke bekomme, verpflichtet mich das nur zu einer Gegenleistung. Dann muss ich auch jemand ein Danke schenken und wo kommen wir dann hin?“
Es traf sogar auf Kinder, die noch nicht einmal etwas davon gehört hatten, dass man ein Danke verschenken kann, tatsächlich!

Vielleicht kommt das kleine Danke auf seiner Wanderung eines Tages auch bei dir vorbei. Wenn es an deine Tür klopft, schicke es bitte nicht fort! Ich bin sicher, bei dir findet es sein Zuhause. Denn: Für jedes Dankeschön gibt es einen Menschen zu dem es gehört!

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