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Kypros - und die nette Doberfrau »Bianca«

von: kypros

31.12.2007 - 03:59 Uhr

Beiträge: 5

Hallo ihr Lieben ...

... und so kam dieser Hund am Abend an und war sehr aufgeregt. Alles war so neu. Die Gerüche und die Geräusche
und all das, was er zu sehen bekam. Er hatte einfach Angst, eine Angst, die man mit Worten nicht erklären kann.
Der liebe Mensch ging mit ihm erst mal auf die Wiese, die nicht weit entfernt liegt, und da geschah etwas,
was der Hund noch nicht fassen konnte. Ein großes Ding auf der Strasse fuhr vorbei. Er schreckte zurück und wollte
einfach nur weg. Aber der Mensch kniete sich zu ihm und beruhigte ihn, indem er ihm über den Kopf strich
und im gut zusprach.
Was hatte dieser Hund wohl schon alles in seinem langen Leben erfahren? Und nun das. Schon wieder ein neuer Ort,
an den er sich gewöhnen mußte. Schon wieder neue Menschen, auf die er sich einzustellen hatte. Eine neue Wohnung
mit neuen Gerüchen. Da mußte er sich erst einmal zurechtfinden.
Und da entdeckte er etwas, daß er kannte.
Einen wunderschönen, großen Korb. Da ging er gleich mal rein, legte sich hin und roch. Aha, da war schon mal jemand
vor mir da – so dachte er, als er geschnüffelt hatte. Aber er war zu müde, um jetzt noch darüber nachzudenken.

Er schlief ein. Nicht lange, da wachte er auf. Er schreckte aus dem Traum hoch und gab sofort Laut. Der Mensch kam
und strich ihm über den Kopf – wie er das immer machte, wenn der Hund nicht wußte, wie ihm geschah.
Im Tierheim konnte er nicht lange am Stück schlafen. Da gab es immer wieder mal etwas, was ihn aufweckte.
Aber hier war es so unsagbar ruhig. Nichts war zu hören. Kein einziges Geräusch, das er noch kannte,
war hier zu hören. Einfach nur diese Ruhe. Wann hatte er das zum letzten Mal erlebt? Er stand auf und schritt
vorsichtig durch die Wohnung. Immer wieder mußte er alles genau beschnuppern um sicher zu gehen,
daß er noch an diesem Ort war, wo auch die Menschen waren, die ihn aus dem Tierheim mit nach hause genommen hatten.

Es war stockfinstere Nacht, als der Mensch mit ihm aus dem Haus ging. Sie gingen den Fußweg entlang
zu einer anderen Strasse. Alles war ruhig. Dunkelheit, wohin er auch schaute, schwaches Licht erhellte
die spärlichen Grashalme, die schon lange kein Wasser gesehen hatten – aber es roch interessant.
Sie gingen an parkenden Autos vorbei, immer die Strasse entlang, bis keine Häuser mehr zu sehen waren,
nur noch ein Tunnel. Und da gingen sie durch. Schon im Tunnel roch er es. Was war das nur? Er zog an der Leine.

Und dann waren sie auf der Wiese. Er wußte gar nicht, wo er zuerst riechen sollte. Hin und her zog er den Menschen,
selbst nicht wissend, wo er hin sollte. Ihm schien es so, als ob es überall nach Hasen reichen würde.
Wann hatte er so etwas zuletzt erlebt? Sein Alter vergessend zog er den Menschen mal hierhin, mal dorthin,
um dann wieder das ganze Spiel von vorn zu beginnen. Überall schienen Hasenspuren zu sein. Der Hund war
in einer anderen Welt, und dort durfte er einfach nur Hund sein. Irgendwann wurde er dann müde
vom vielen Laufen.

Sie gingen bedächtig den Weg zurück. Es war irgendwie nicht mehr so dunkel.
Die Vögel hatten angefangen zu singen, und am Himmel zeigte sich die Dämmerung,
als sie beide ermüdet nach Hause trabten...

Bianca – die an der Leine zerrt –

von: kypros

31.12.2007 - 03:57 Uhr

Beiträge: 5

Hallo ihr Lieben...

es war einmal ein Hund -
der ins Tierheim mußte, weil eben die Dinge so geschahen, daß keine andere Möglichkeit zu bestehen schien.
Also saß er da und wartete. Was nun? – so dachten viele Menschen, die von seinem Schicksal erfuhren.
Die Menschen fingen an, sich die allerbesten Wahrscheinlichkeiten auszudenken,
die es für diesen Hund geben könnte. Was wird wohl die Zukunft bringen?
So dachte der Mensch, der sich entschloß, die Geschichte des Hundes ins Internet zu bringen.
Sofort wußten viele Menschen um das Schicksal dieses Hundes. All diese Menschen wünschten sich nun, daß bald
eine Lösung kommen sollte. Und so war es dann auch. Da saß ein Mensch - der seinen Hund aus Altersgründen
schweren Herzens gehen ließ - vor seinem Computer und suchte nach dem Begriff »Hund« und »Not«.

Und da erschien ICH, die Bianca. Es dauerte noch eine gewisse Zeit, bis sich alle in der Familie mit dem Gedanken
vertraut gemacht hatten, daß wieder ein Hund unter ihnen sein würde. Es wurde telefoniert – mehrmals –
und dann stand fest, der Hund zieht um. Jawohl, der Hund geht auf Reise, und zwar für immer.
Er bekommt noch einmal eine Chance in seinem Leben. Und das hatte der Hund auch verdient, da ja die Umstände
so unsagbar traurig verlaufen waren, die ihn in diese Situation gebracht hatten.

Es war ein wunderschöner Tag, die Sonne schien von einem wolkenlosen Himmel, es war Ende Juni,
als eine alte Dobermann Hündin auf dem Rücksitz eines Kleinwagens voll Erwartung nach Stuttgart fuhr...

Bianca
2004-06-29

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