3 Tipps, um auch im Alter geistig fit zu bleiben

Ob Telefonnummern, Adressen oder Geburtstage – das menschliche Gehirn muss sich ständig an viele verschiedene Dinge erinnern. Vor allem in der heutigen Zeit nehmen immer mehr technische Geräte den Menschen diese Erinnerungsleistung ab. Das führt dazu, dass das Gedächtnis immer weniger genutzt wird und dessen Leistung sich verschlechtert. Im Alter kann das zu besonderen Schwierigkeiten führen, weil sich dadurch unter anderem die Teilhabe am täglichen Leben einschränkt. Um dem entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Strategien. Mit den folgenden drei Tipps sorgen Senioren dafür, ihre geistige Fitness zu erhalten und der Vergesslichkeit entgegenzuwirken.


Kreuzwort- oder Schwedenrätsel sind gerade bei älteren Menschen sehr beliebt. Sie fördern die
Gehirnaktivität und helfen dabei, das Gedächtnis fit zu halten.

Tipp 1: Die klassische Strategie

Bei der Frage nach geistiger Fitness geht es für Menschen um Lebensqualität. Sie möchten im Alter am täglichen Leben teilhaben können und nicht daran scheitern, die einfachsten Dinge zu vergessen. Natürlich gehören neben der geistigen Fitness weitere Faktoren zur Lebensqualität dazu, die es ebenfalls zu beachten gilt. Alle Faktoren bedingen einander. Klassisches Gehirnjogging gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, das Gehirn zu trainieren. Verschiedene Rätsel und Spiele eignen sich hier besonders gut:

Sudoku

Beim klassischen Sudoku müssen die Zahlen von eins bis neun in Felder eingetragen werden. Dabei darf jede Zahl in jeder Reihe, jeder Spalte und jedem 9x9-Feld nur ein einziges Mal vorkommen. Je nach Schwierigkeitsgrad sind mehr oder weniger Zahlen bereits vorgegeben.

Kreuzworträtsel

Hier gibt es verschiedene Arten. Aus Zeitungen bekannt ist die Variante, bei der Begriffe in senkrechten und waagerechten Feldern einzutragen sind. Worum es geht, wird stets in einem kleinen Feld erläutert. In manchen Versionen stehen die Erklärungen oder Fragen auch neben dem Rätsel. In diesem Fall sind sie durchnummeriert.

Kopfrechnen

Einfache und schwierigere Rechenaufgaben im Kopf zu lösen, trägt zu einer erhöhten Gehirnleistung bei. Hier ist es wichtig, sich nicht zu überfordern.

Auf zwei Bildern Unterschiede finden

Diese Rätsel, bei denen Fehler auf Bildern zu finden sind, sind auch bei jüngeren Menschen sehr beliebt. Es gilt, genau hinzuschauen und auf die kleinsten Details zu achten. Ähnlich funktionieren sogenannte Wimmelbilder. Hier muss der Betrachter eine bestimmte Anzahl von vorgegebenen Dingen finden. Diese sind oftmals sehr gut versteckt.

Viele dieser Rätsel gibt es in Tageszeitungen und besonderen Rätselheften. Natürlich gibt es online viele weitere Angebote. Alltägliche Aufgaben lassen sich übrigens ebenfalls problemlos als Möglichkeit zum Gedächtnistraining sehen. Senioren können beispielsweise ihren Einkaufszettel auswendig lernen und dann aus dem Gedächtnis einkaufen gehen. Extra-Tipp: Es ist hilfreich, den Zettel in jedem Fall mitzunehmen. Nichts ist frustrierender, als im Geschäft das Gefühl zu haben, etwas zu vergessen und dann zu Hause festzustellen, dass etwas Wichtiges nicht eingekauft wurde! Online gibt es neben den klassischen Rätseln ein paar weitere spannende Strategien für das Gehirnjogging zu finden. Es lohnt sich, die Mnemotechniken oder die sogenannte Loci-Methode auszuprobieren. So findet jeder die passenden Rätsel für sich.

Tipp 2: Gedächtnistraining mit Unterstützung

In vielen deutschen Städten gibt es Partnerschaften zwischen Kindergärten und Seniorenheimen. Die Kinder besuchen die Bewohner regelmäßig und gehen gemeinsam spannenden Aktivitäten nach. Das Ziel dieser Verbindung ist, generationenübergreifende Beziehungen zu schaffen. Die Initiatoren dieser Partnerschaften sind der Überzeugung, dass Kinder und Senioren in höchstem Maße voneinander profitieren können – und dass dies sich auch auf die Gedächtnisleistung der Senioren erstreckt. Bei den Besuchen kochen die Senioren gemeinsam mit den Kindern, sie musizieren und spielen. Eine besonders beliebte Variante ist dabei das Spiel Memory. Es fördert bei jüngeren wie älteren Menschen das Erinnerungsvermögen und hilft dabei, einfache Begriffe und Bilder miteinander zu kombinieren. Natürlich helfen zahlreiche weitere Spiele dabei, die Gedächtnisleistung zu schulen. Das Spiel „Ich packe meinen Koffer“ fördert beispielsweise einerseits die Merkfähigkeit. Zusätzlich müssen die Teilnehmer sich erinnern, was in einem Urlaub wirklich benötigt wird, welche Gegenstände also sinnvollerweise in den Koffer gehören.

Alltägliche Aufgaben erledigen Senioren und Kinder in diesen Partnerschaften gemeinsam. Sie kochen und backen, gehen einkaufen und erledigen Besorgungen. All das fördert und fordert beide Altersgruppen. Ebenso gehört das Musizieren dazu. Begleitet durch Erzieherinnen und Erzieher des Kindergartens können Senioren und Kinder verschiedene Instrumente ausprobieren und altbekannte Lieder singen. Ob Kinderlied oder Schlager ist dabei ganz egal – Hauptsache, es wird aus dem Gedächtnis gesungen. Der besondere Pluspunkt bei diesen Partnerschaften liegt darin, dass ein Gemeinschaftsgefühl aufkommt und die Freude über die Aktivitäten im Vordergrund steht. So fühlen die Senioren sich nicht überfordert oder gestresst.

In immer mehr Einrichtungen gibt es Computerkurse speziell für ältere Menschen.
Hier lernen die Senioren den richtigen Umgang mit dem PC – einfach und kleinschrittig erklärt.

Tipp 3: In modernen Kursen lernen

Senioren fällt es manchmal schwer, sich für Neues zu begeistern. Gerade deshalb haben sich immer mehr Volkshochschulen und Kirchengemeinden auf die Fahnen geschrieben, Kurse extra für die Generation 55 Plus anzubieten. So bietet das Seniorenreferat der Evangelischen Kirche in Kassel besondere Computerarbeitskreise an, die extra für ältere Menschen konzipiert sind. Hier lernen die Seniorinnen und Senioren grundsätzliche Dinge im Umgang mit dem PC und dem Internet. In manchen Kirchengemeinden erstellen die Computergruppen sogar ganze Websites! Neben Computerkursen stehen auch andere Kurse hoch im Kurs. In Sprachkursen frischen Senioren ihre Englisch- oder Spanischkenntnisse auf und in Koch- und Backkursen lernen sie einfache, neue Rezepte, die gelingsicher sind.

Fazit: Was Hänschen nicht lernt ...?

Die alte Weisheit „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ ist inzwischen überholt. Ganz im Gegenteil: Es ist umso wichtiger, das Gehirn auch im Alter zu schulen und zu fördern. Die geistige Fitness hängt dabei unweigerlich mit der körperlichen Fitness zusammen! Neben den Übungen des Gehirnjoggings ist es ratsam, den Körper ebenfalls mit Sport fit zu halten. Sport hält gesund und beugt Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Außerdem helfen Gehirn- wie echtes Jogging dabei, demenziellen Erkrankungen und Alzheimer vorzubeugen, wie die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. feststellt. So haben Senioren die Möglichkeit, lange am Leben teilzunehmen und sich nicht ausgegrenzt zu fühlen. Grund genug also, um etwas für die geistige Fitness zu tun!

Bilder:

Abb. 1: Pixabay.com © stevepb (Pixabay License)
Abb. 2: Pixabay.com © stevepb (Pixabay License)


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