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7. Die Stirnübung

Der siebte und letzte Formelvorsatz des Autogenen Training betrifft die Einstellung des Kopfgebiets und ist dabei zugleich für den Übenden ein Vorsignal für das Zurücknehmen. Als Ergebnis des Autogenen Trainings wird ja u.a. Erholung und eine verbesserte Konzentrations-/Leistungsfähigkeit angestrebt. Will man sich konzentrieren und leistungsfähig sein, so benötigt man einen „kühlen Kopf“. Aufregung, Anspannung, Ärger und Unruhe „treiben einem das Blut in den Kopf“ und reduzieren die Leistungsfähigkeit. Wer einmal nach angestrengter Arbeit ein Bad genommen und dabei eine kühle (nicht kalte) Kompresse auf die Stirn gelegt hat, weiß um die belebende und angenehme Wirkung von Entspannung und Stirnkühle. Zum Abschluss der Übung findet daher eine Konzentration auf die Stirn statt:

Die Stirn ist angenehm kühl

Unmittelbare Effekte dieser Formel werden am Anfang nur selten empfunden. Manchmal wird über dieses Gefühl eines schwachen, kühlen Lufthauchs, der die Stirn streift, berichtet.

Der Wert dieses Formelsatzes liegt vor allem in seiner Signalwirkung für das baldige Ende der Übung und das Zurücknehmen sowie in der geistigen Einstellung auf den Wachzustand, in dem man frisch und leistungsbereit sein möchte. Aus diesem Grund sollte die Stirnformel dann, wenn das Autogene Training als Einschlafhilfe genutzt wird, ebenso weggelassen werden wie das Zurücknehmen.

Die Stirnübung sollte auch dann auf jeden Fall weggelassen werden (nicht jedoch das Zurücknehmen), wenn man unter akuten Kopfschmerzen oder gar Migräneattacken leidet und das Autogene Training einsetzen will. Durch die Verengung der Blutgefäße kann die Stirnkühlübung unter den Umständen die Symptomatik eines Migräneanfalls in der Anfangsphase verstärken. Will man das Autogene Training bei akuten Kopfschmerzen oder einer Migräneattacke anwenden, was oftmals sehr hilfreich ist, sollten die ersten sechs Formelvorsätze in der dargestellten Form verwendet werden. Nach einer erneuten Ruhetönung geht man dann sofort zum Zurücknehmen über.

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