Sterbegeldversicherung - Absicherung für den Todesfall

Wenn ein Trauerfall eintritt, ist dieser nicht nur mit emotionalen Belastungen für die Angehörigen verbunden, sondern auch mit einem hohen finanziellen Aufwand. Denn um die Kosten für eine würdevolle Bestattung abzudecken, müssen in der Regel mehrere Tausend Euro entrichtet werden. Um die Hinterbliebenen in dieser Hinsicht nicht zu belasten, denken daher viele Menschen im fortgeschrittenen Alter über eine angemessene Vorsorge nach. Besonders nach der Auflösung des früher durch die gesetzlichen Krankenkassen gezahlten Sterbegeldes, wird die Frage nach einer Absicherung immer häufiger gestellt. Nicht jeder ist jedoch in der Lage, ein geeignet Polster aus privaten Rücklagen zu bilden. In diesem Fall ist die Sterbegeldversicherung eine interessante Alternative. Lars Weiland, unabhängiger Berater des Vergleichsportals Sterbegeldversicherung.info klärt über die wichtigsten Fakten einer Sterbegeldversicherung auf.

Leistungen einer Sterbegeldversicherung

Die Sterbegeldversicherung zahlt, wenn der Todesfall des Versicherten eingetreten ist. Das Geld wird dabei, je nach festgelegter Höhe, direkt an die im Vertrag angegebenen Angehörigen ausgezahlt. Diese können den Betrag dann so einsetzen, wie sie es für richtig halten. Wer als Versicherungsnehmer schon genaue Vorstellungen und Wünsche zur eigenen Trauerfeier und Beerdigung hat, sollte diese deshalb rechtzeitig bekannt geben. Ideal ist es, sich schon vor Abschluss der Sterbegeldversicherung mit den Kosten zu beschäftigen, die rund um die Bestattung entstehen. So lässt sich die Versicherungssumme individuell am besten festlegen. Die größten Kostenfaktoren in diesem Zusammenhang sind der Sarg, das Grab sowie der Grabstein.

Nutzen einer Police

Vielen Menschen ist es wichtig, den Hinterbliebenen mit ihrem Tod keinen hohen Kostenaufwand zu verursachen. Andere wiederum haben keine nahestehenden Personen mehr, die sich für die Kostenübernahme für eine würdevolle Bestattung verantwortlich fühlen würden, möchten aber dennoch in angemessenem Rahmen bestattet werden. Im Versicherungsvertrag kann deshalb auch ein Bestattungsunternehmen als Bezugsberechtigter für die Auszahlung angegeben und somit auch vorab schon die Beerdigung selbst organisiert werden. Eine Vorsorge – sein es in Form eines Sparkontos oder einer Sterbegeldversicherung - ist in jedem Fall der richtige Weg,  um sich unabhängig von den finanziellen Mitteln Dritter zu machen und Angehörige nicht mit Schulden zu belasten.

Einflussfaktoren

Beim Abschluss einer Sterbegeldversicherung sollte darauf geachtet werden, ob der spezifische Tarif eine Gesundheitsprüfung voraussetzt oder ohne eine solche Prüfung abgeschlossen werden kann. Vor allem für ältere Versicherungsnehmer ist eine Police ohne Gesundheitsprüfung oft empfehlenswert, weil Personen mit bereits bestehenden medizinischen Leiden im Rahmen der Gesundheitsprüfung als Versicherungsnehmer oft abgelehnt werden. Außerdem unterscheiden sich die verschiedenen Modelle der Sterbegeldversicherung in zwei wichtigen Punkten: der Wartezeit und der Auszahlung nach einer festgelegten Laufzeit.

Die Wartezeit ist in vielen Verträgen enthalten und bewirkt, dass die Versicherungssumme in einem Todesfall nur dann eingefordert werden kann, wenn der Versicherungsvertrag bereits über eine bestimmte Zeit besteht. Das heißt, dass die Versicherung nicht sofort nach Abschluss greift, sondern frühestens nach dem vereinbarten Zeitraum. In der Regel beträgt diese Wartezeit drei Jahre. Oftmals finden sich Versicherungsverträgen, die ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen werden, derartige Klauseln.

Des Weiteren unterscheiden sich die einzelnen Modelle der Sterbegeldversicherung auch danach, ob sie tatsächlich nur im Todesfall greifen oder auch dann nach einer festgelegten Zeit ausgezahlt werden, wenn der Versicherungsnehmer noch am Leben ist. Mit dem letztgenannten Modell lässt sich auf zweierlei Weise vorsorgen: Es dient sowohl zur Abdeckung der Kosten im Todesfall, kann aber alternativ auch als kleine Finanzspritze im hohen Alter genutzt werden.

Eine Sterbegeldversicherung kann bei Bedarf auch vorzeitig aufgelöst werden. Sie ist in der Regel monatlich oder jährlich kündbar. Die Kündigungsfrist ist zumeist abhängig von der gewählten Zahlweise. Jede Police hat dann einen sogenannten Rückkaufswert, der dem Versicherungsnehmer ausgezahlt wird.

Beitragszahlungen

Je nach Art der Versicherung sowie nach Höhe der Versicherungssumme unterscheiden sich die einzelnen Tarife teilweise erheblich in den laufenden Beitragszahlungen. Grundsätzlich richtet sich eine Sterbegeldversicherung  vorrangig an ältere Versicherungsnehmer. Sie kann sogar prinzipiell bis zu einem Alter von 85 Jahren noch abgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang spielen allerdings auch die Faktoren Wartezeit und Gesundheitsprüfung eine wichtige Rolle. Ältere Versicherungsnehmer mit bestehenden gesundheitlichen Problemen müssen beim Abschluss einer solchen Versicherung mit höheren Beiträgen rechnen als jüngere Menschen, die eine sehr gute Gesundheitsprüfung ablegen. Wer die Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag nicht wahrheitsgemäß beantwortet, muss damit rechnen, dass die Versicherung im Zweifelsfall gar nicht zahlt. Daher sollte im Falle von bestehenden Krankheiten genau abgewogen werden, ob das private Sparen oder eine Strebegeldversicherung sinnvoller ist. Auch die schlussendliche Versicherungssumme hat einen Einfluss auf die Beiträge, denn diese kann eigenständig festgelegt werden und bewegt sich in der Regel zwischen wenigen Tausend und mehreren Zehntausend Euro. Experten raten zu einer Versicherungsbetrag in Höhe von mindestens 5.000 Euro – je nach gewünschter Bestattungsart auch höher.

Wer über kein ausreichendes Vermögen verfügt bzw. keine Gelegenheit hat, monatlich einen größeren Betrag zur Seite zur legen, für den ist eine Sterbegeldversicherung einen gute Möglichkeit sich für den Todesfall abzusichern, ohne die Hinterbliebenen zu belasten. Hierbei lohnt sich jedoch ein ausführlicher Vergleich der verschiedenen Modelle und Tarife  der Versicherungsgesellschaften.

Die Sterbegeldversicherung sorgt dafür, dass die Kosten für Trauerfeier und Beerdigung nicht den Angehörigen zur Last fallen. Abgeschlossen werden kann sie in verschiedenen Formen. Die wichtigsten Faktoren sind dabei die Gesundheitsprüfung, Warte- und Laufzeit.

Autor: Lars Weiland