Seniorengerechte und barrierearme Wohnraumanpassung

Selbstbestimmtes Leben im Alter: Zukunftsorientierte Therapien in der Geriatrie machen es möglich

Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der über 80-Jährigen um 60 Prozent steigen. Eine aktuelle Altersstudie einer großen Versicherung belegt: Fast 78% aller Deutschen möchten im Alter auch bei Pflegebedürftigkeit in ihrem eigenen Zuhause leben. Dies zeigt wie wichtig die eigenen vier Wände für viele Menschen sind – auch wenn sie auf Hilfe und Pflege angewiesen sind.

Foto von Dr. SchunckDie Geriatrie, die Altersmedizin und -heilkunde, die  in den nächsten Jahren stark an Bedeutung zunehmen wird, geht auf die spezifischen Bedürfnisse älterer Patienten ein. „Dabei ist es immer das Ziel, die Patienten nach Hause zu entlassen“, sagt Dr. Schunck, Chefarzt der Klinik für Geriatrie der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg. Im Detail bedeutet das, chronische Krankheiten, Akuterkrankungen und andere gesundheitliche Beeinträchtigungen zu therapieren und die Patienten zu befähigen, ein eigenständiges Leben in ihrem Zuhause zu führen. Senioren sind häufig multimorbid, sie sind also von vielen Krankheiten betroffen. In die Klinik für Geriatrie kommen beispielsweise ältere Menschen mit einer Sturzverletzung, die darüber hinaus auch an Osteoporose und einer depressiven Erkrankung leiden.

Ganzheitliche Behandlung auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt

Diese komplexen medizinischen Anforderungen erfordern eine interdisziplinäre Behandlung: Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und Psychologen arbeiten Hand in Hand. „Mit einem speziellen Training für die Kopf- und Rumpfkoordination, die räumlich-konstruktive Wahrnehmung sowie zur Verbesserung von Stützreaktionen geben wir geriatrischen Patienten mehr Sicherheit und Selbstvertrauen. Auch die Ängste, die beispielsweise nach einem Sturz allgegenwärtig sind, werden bei uns behandelt. Auf diese vielfältigen Beeinträchtigungen gehen wir individuell ein, denn unser Ziel ist, dass unsere Patienten ihre Selbstständigkeit im Alltag zurückerlangen“, so Dr. Schunck.

Wohnraumanpassung für ein sicheres Zuhause

Nach einer erfolgreichen Behandlung sollte, wenn nötig, eine adäquate Wohnraumanpassung erfolgen. Gut ausgeleuchtete Räume, rutschfeste Böden, schwellenfreie Türen sowie auch Haltegriffe im Badezimmer gehören zur Grundausstattung einer seniorengerechten und barrierearmen Wohnung. Technische Hilfsmittel wie Hausnotrufsysteme oder Sturzmelder können eine sinnvolle Ergänzung sein. Gehhilfen wie Rollatoren und Unterarmgehstützen geben dem Gang Stabilität. „Unsere integrierte Sozialberatung steht den Patienten bei Fragen rund um die Wohnraumadaption zur Seite, wie etwa die Kostenübernahme durch die Krankenkasse bei der Anschaffung von Hilfsmitteln“, erklärt Dr. Schunck.

Geriatrische Tagesklinik unterstützt Selbstversorgungsfähigkeit

Für ältere Menschen, die trotz gesundheitlicher Defizite noch eine hohe Selbstständigkeit aufweisen, eignet sich eine geriatrische Tagesklinik. Hier werden die Patienten tagsüber medizinisch, diagnostisch und therapeutisch betreut, kehren aber am Abend und am Wochenende wieder in ihr gewohntes Zuhause zurück. Die individuell abgestimmten Behandlungen können Physio- und Ergotherapie, Logopädie, als auch psychologische Diagnostik und Therapien umfassen. „Für die geriatrischen Patienten steht vor allem die sichere Ausführung ihrer Alltagstätigkeiten im Fokus. Sie haben ihre Probleme täglich vor Augen und können in der Tagesklinik konkret daran arbeiten. Darauf abgestimmt bietet die Tagesklinik beispielsweise Wasch-, Anzieh- und Haushaltstraining an“, sagt Dr. Schunck. In Gruppentherapien wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Patienten werden zu relevanten Themen informiert wie z.B. über die Vorsorgevollmacht. Geeignete Patienten gelangen grundsätzlich über zwei Wege in die geriatrische Tagesklinik: Sie werden direkt vom Hausarzt in die Tagesklinik überwiesen oder nach einem stationären Klinikaufenthalt dort aufgenommen.

„Durch ein umfangreiches und gesamtheitliches Angebot wollen wir die Patienten physisch und psychisch stabilisieren und stärken, den Mobilitätsgrad und die Bewegungssicherheit steigern und die Rückkehr in ein sicheres Zuhause vertrauensvoll begleiten“, fasst Dr. Schunck die Leitlinien und Ziele der geriatrischen Behandlung zusammen.

Über die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg

Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg behandeln als Klinikverbund an den Standorten Groß-Umstadt und Jugenheim jedes Jahr mehr als 30.000 Patienten stationär und ambulant. Mit mehr als 450

Planbetten sind sie der zuverlässige medizinische Versorger in der Region. Rund 750 Mitarbeiter und hochmoderne medizinische Standards garantieren eine bestmögliche Versorgung der Patienten. Weitere Informationen unter:

www.kreiskliniken-darmstadt-dieburg.de

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