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Osteoporose

Die Knochen werden brüchig

Sie leiden an Osteoporose? Sie wissen es nicht?
Da befinden Sie sich in bester Gesellschaft – nur wenige Menschen wissen, dass sie an einer Störung des Knochenstoffwechsels leiden. In Deutschland sind über 25 Prozent aller über 50 Jährigen betroffen, knapp acht Millionen Menschen. Und Achtung - das Knochenbruchrisiko verdoppelt sich mit jedem Lebensjahrzehnt!

Die Krankheit beginnt stumm. Erste Folgen werden oft gar nicht bemerkt. Die Knochen werden „schleichend“ immer brüchiger. Erst in fortgeschrittenem Stadium tritt der charakteristische Rundrücken auf.

Menschen, die an Osteoporose leiden, brechen sich Knochen aus geringstem Anlass. Jeden Knochen kann es treffen, besonders gefürchtet ist der Oberschenkelhalsbruch.

Folgenschwere Knochenbrüche, chronische Schmerzen, Pflegebedürftigkeit können vermieden werden, wenn die Osteoporose richtig erkannt wird und entsprechend dem individuellen Knochenbruchrisiko wirksam behandelt wird.

Machen Sie sich bewusst, dass Sie zu dieser Risikogruppe gehören könnten!
Handeln Sie nicht zu spät, es gibt gute Möglichkeiten, die Osteoporose-Erkrankung zu erkennen und zu behandeln!

Wer ist gefährdet?

Oft wird eine familiäre Veranlagung weitervererbt. Auch Bewegungsmangel kann eine Ursache sein. Weiterhin ist das Risiko durch ein frühes Auftreten der Wechseljahre oder eine Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken erhöht. Erkrankungen, wie beispielsweise Schilddrüsenfunktionsstörungen, Rheuma, Morbus Crohn oder Eßstörungen stehen ganz oben auf der Risikoliste.

Der regelmäßige Gebrauch bestimmter Medikamente, wie Cortison oder Heparin, erhöhen die Wahrscheinlichkeit stark, an Osteoporose zu erkranken. Ebenso können Ernährungsfehler (Mangel an Kalzium und Vitamin D) den Abbau der Knochenmasse beschleunigen.

Wie kommt es zur Osteoporose?

Unsere Knochen befinden sich in einem ständigen Umbau. Innerhalb von 200 Tagen wird die gesamte Knochenmasse einmal umgebaut. Die Stabilität der Knochen ist daher von einem gleichmäßigen und gesunden Verhältnis von Knochenaufbau zu Knochenabbau abhängig. Der Osteoporose liegt ein Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und –abbau zu Grunde. Nach dem 40. Lebensjahr gewinnen die knochenabbauenden Vorgänge die Oberhand. Diese Umbauprozesse werden auch von Hormonen beeinflusst, daher sind Frauen in den Wechseljahren besonders betroffen (ca. 20–40 % aller Frauen). Der Verlust des Östrogens unterstützt knochenabbauende Prozesse – der Knochen verliert noch mehr an Substanz und kann viel schneller brechen.

Kalzium ist extrem wichtig für unsere Knochen - es ist zu 98 % im Knochen gespeichert, nur 2% sind im Blut verfügbar. Wird mehr Kalzium benötigt als aufgenommen, so wird das fehlende Kalzium aus dem Knochen entnommen. Kalzium gibt dem Knochen Stabilität, Vitamin D regelt seine Aufnahme aus der Nahrung.

Knochendichtebestimmung – was passiert hier?

Zur Diagnose wird in der Regel eine Knochendichtemessung herangezogen. Hier wird ein statistischer Wert ermittelt, der eine Aussage zum Bruchrisiko ermöglicht.

Verschiedene Techniken stehen zur Messung der Knochendichte zur Verfügung: Röntgentechnik, Computertomographie oder Ultraschall.

Die Messung der Knochendichte zur Früherkennung ist keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen, der Versicherte muss sie selbst zahlen.

Grundsätzlich sollten Sie immer bei allen Fragen rund um Untersuchungen, Medikamente und weiteres Vorgehen Ihren Arzt befragen, er kann viel besser als Sie Ihr Risiko einer Osteoporose-Erkrankung einschätzen und therapieren.

Ihre Aufgabe besteht erst einmal darin, präventive Maßnahmen zu ergreifen! Körperliche Aktivität schützt vor Knochenschwund! Schon einfache Übungen können helfen, der Osteoporose vorzubeugen. Dosierte dynamische Bewegungen, eine Mischung aus Belastung und Entlastung, „ernähren“ Ihre Knochen und fördern die Stabilität der Knochenmasse. Spazieren Gehen, Nordic Walking, dynamische gymnastische Übungen – ganz einfach, treiben Sie Sport! Denken Sie über die Anschaffung eines Mini-Trampolins nach, es ist hervorragend geeignet. Schwimmen dagegen ist bei einer Osteoporose-Erkrankung eher ungeeignet, hier fehlt der Druck der Schwerkraft auf die Knochen und Gelenke. Darüber hinaus ist gesunde und kalziumreiche Ernährung wichtig, vielleicht sollten Sie sogar zusätzlich Kalzium-Präparate zu sich nehmen. Achten Sie auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D, die Einnahme von Zusatzmitteln sollten Sie generell immer mit Ihrem Arzt abstimmen. Gleiches gilt für spezifische Medikamente, die Ihnen nur Ihr Arzt in Verbindung mit einer abgestimmten Therapie verschreiben kann.

Natürlich können Sie sich jederzeit auf Ihren Arzt und Apotheker verlassen. Aber verlassen Sie sich doch zuerst einmal auf sich selbst!

Mit Bewegung, Sport und gesunder Ernährung können Sie einen Riesenbeitrag leisten, so schnell kein Osteoporose-Patient zu werden!


Ingo Krüger
Sportphysiotherapeut, Personal Trainer

Hinweis:
Dieser Artikel dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt keinesfalls den Besuch bei einem approbierten Arzt. Alle auf www.planetsenior.de angebotenen Inhalte dürfen und können nicht zur Selbstdiagnose oder Eigenmedikation verwendet werden. PlanetSenior leistet keinerlei Beratung oder Empfehlung. Fragen Sie hinsichtlich Heilungsverfahren, Diagnosen, Symptomen und Medikation unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker. Beachten Sie bitte auch den Haftungsausschluss.

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