Modellprogramm Generations-übergreifende Freiwilligendienste

Im Januar 2004 hat die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingesetzte Kommission "Impulse für die Zivilgesellschaft" in ihrem Abschlußbericht die Einrichtung von neuen generationsübergreifenden Freiwilligendiensten für alle Altersgruppen empfohlen.

Hintergrund dieser Empfehlung waren unter anderem die Auswirkungen des demographischen Wandels in unserer Gesellschaft und die Handlungsempfehlungen der Enquete-Kommission "Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements".

Bei dieser neuen Form der Freiwilligendienste sollen insbesondere die Lebenserfahrung und die besonderen Potentiale der älteren Generation gezielt genutzt werden. Unter Einbindung sowohl des klassischen Vereins- und Verbandslebens als auch neuer Formen des bürgerschaftlichen Engagements sollten Freiwilligendienste künftig für alle Altersgruppen, für Frauen und Männer in der Erwerbs- wie in der Familienphase sowie generationsübergreifend angeboten werden, nicht zuletzt zur Ermöglichung eines neuen Miteinanders der Generationen und zur Stärkung einer neuen Kultur der selbstverständlichen Freiwilligkeit.

Auf dieser Grundlage wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die Jahre 2005 - 2008 das neue bundesweite Modellprogramm "Generationsübergreifende Freiwilligendienste" mit rd. 50, zum Teil mehrgliedrigen, Projekten gestartet, das vom Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung, Freiburg, (ZZE) wissenschaftlich begleitet wird. Das Modellprogramm für Freiwillige aller Generationen unterstützt Einsatzfelder z.B. in Schulen, Familien, Stadtteilzentren, stationären Einrichtungen und Hospizen, wobei darauf zu achten ist, dass  Freiwillige keine qualifizierten Fachkräfte ersetzen, sondern diese lediglich sinnvoll ergänzen sollen, so dass arbeitsmarktpolitische Neutralität gewahrt bleibt.

Im Verlauf einer dreijährigen Modellphase werden die Erfahrungen aus der Modellarbeit zusammengetragen, dokumentiert und evaluiert, um Ergebnisse und Erkenntnisse zu objektivieren und für weitere Interessenten übertragbar und nutzbar zu machen. Es sollen Anregungen für eine sinnvolle Qualifizierung und für eine positive Anerkennungskultur für die Freiwilligen erprobt und um erfahrungsbasierte Empfehlungen für die Politik gewonnen werden.

Unter dem Titel "Gemeinsam aktiv - Impulse für die Zivilgesellschaft" wurde das Modellprogramm am 06. September 2005 in Berlin eröffnet. Das Programm soll die Chancen des demographischen Wandels nutzen und neue politische Ansätze des bürgerschaftlichen Engagements erproben. Zugleich setzt es moderne familien-, senioren-, gleichstellungs- und jugendpolitische Akzente. Mit seinem generationsübergreifenden Ansatz wird die Gemeinsamkeit der Generationen betont und der Zusammenhalt der Gesellschaft gestärkt. Eine bundesweite Angebotsstruktur soll aufgebaut und die Gesellschaft zu einer aktiven Zivilgesellschaft fortentwickelt werden.