Lohnt sich ein Wechsel der Heiztechnik von Heizöl auf Gas?

Die alte Heizanlage hat endgültig ausgedient und soll durch eine neue, moderne ersetzt werden. Fraglich ist, ob sich ein kompletter Wechsel der Heiztechnik wirklich lohnt. Gegebenenfalls steht der Hauseigentümer vor der Entscheidung, ob er eine Ölheizung installieren lässt oder doch einer Gasheizung den Vorrang gibt. Der folgende Vergleich der beiden Heizsysteme soll helfen, die individuell richtige Entscheidung zu treffen.

Der Kostenfaktor als wichtiges Entscheidungskriterium

Viele Eigenheimbesitzer orientieren sich beim Kauf einer neuen Heizung vor allem an den Kosten der Anlage. Dabei spielen bestimmte Faktoren eine entscheidende Rolle:

1. Anschaffungskosten
2. Betriebs-und Instandhaltungskosten
3. Gas- beziehungsweise Ölkosten

Aktuell sind die Anschaffungskosten für eine Ölheizung einige Tausend Euro teurer als bei einer Gasheizanlage. Hier punktet eindeutig die Gasheizung gegenüber der Heizölvariante. Zudem ist der Aufwand für den Betrieb einer Ölheizung vergleichsweise hoch. So ist im Gegensatz zur Gasheizung auf jeden Fall ein großer Heizraum mit Ölspeicher erforderlich. Hinzu kommt, dass mindestens einmal im Jahr Heizöl nachgeliefert werden muss, während Gas ununterbrochen zur Verfügung steht. Dabei sind die Kosten für Heizöl den ständigen Schwankungen des internationalen Wirtschaftsmarktes ausgesetzt. Zurzeit ist der Preis für Gas günstiger als der seit Ende 2016 erheblich gestiegene Ölpreis. Allerdings kann sich das bei der momentan angespannten Wirtschaftslage jederzeit ändern.

Umweltfreundlichkeit und natürliche Ressourcen

Natürlich spielt bei einer energetischen Sanierung der Umweltschutz eine entscheidende Rolle. Messungen des Bundesumweltministeriums haben ergeben, dass Gas nicht nur einen höheren Brennwert als Heizöl hat, sondern zudem auch wesentlich weniger Co² ausstößt. Hinsichtlich der Verfügbarkeit gibt es im Prinzip keine großen Unterschiede. Beide Brennstoffe gehören zu den natürlichen Ressourcen. Das bedeutet, sie stehen nur eingeschränkt zur Verfügung. Allerdings sind die meisten Häuser nach wie vor mit einer Ölheizung ausgestattet. Daher ist der Verbrauch von Heizöl überdurchschnittlich höher als das bei Heizgas der Fall ist.

Fazit: Nicht immer lohnt sich der Wechsel der Heiztechnik

Auf den ersten Blick scheint eine Gasheizung gegenüber einer Ölheizung vorteilhafter zu sein. Dennoch bedeutet das nicht, dass die Gasheizung immer die bessere Heizvariante ist. So rechnet sich in der Regel ein kompletter Austausch der Heizanlage aufgrund der hohen Kosten nicht. Entscheidet man sich zum Beispiel aber beim Hausbau für die Installation einer Gasheizung, ist es sinnvoll, die verschiedenen Gasanbieter miteinander zu vergleichen. Manchmal genügt für eine Modernisierung der Heizanlage der Austausch des Kessels. Da macht es wenig Sinn auf Gastechnik umzusteigen. Allerdings könnte sich die Installation von einer Solartherme lohnen, die sich sowohl mit einer Gasheizung als auch mit einer Ölheizung problemlos kombinieren lässt.