Weltkrebstag - Alle therapeutischen Möglichkeiten ausschöpfen

Eine sinnvolle Kombination von konventionellen, innovativen Verfahren und komplementären Krebstherapien steigert die Heilungschancen von Krebskranken. Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) e. V. plädiert zum Weltkrebstag 2014 für mehr Kooperation in der Krebstherapie.

Die fehlende Kooperation in der Krebsbehandlung führt nach Ansicht der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) e. V. in Heidelberg dazu, dass die therapeutischen Möglichkeiten in der Krebsbehandlung nicht ausgeschöpft werden. „Oft reicht es nicht aus, den Tumor durch Operation, Bestrahlung oder Chemotherapie zu behandeln", sagt Dr. med. György Irmey, Ärztlicher Direktor der GfBK. „Biologische und komplementäre Behandlungen bauen den geschwächten Organismus wieder auf, steigern seine Abwehrbereitschaft und mobilisieren seine Heilungskräfte." Für die Mehrzahl der Patienten sei die Kombination von schulmedizinischer Krebsbehandlung und biologischen Verfahren selbstverständlich. „Doch viele Ärzte sind wenig über die Wirkung und den Nutzen biologischer Krebstherapie informiert – oder stehen ihr pauschal ablehnend gegenüber", so Irmey.

Mythen widerlegen

Entsprechend des diesjährigen Mottos des Weltkrebstages am 4. Februar „Die Mythen widerlegen" („Debunk the myths") beschreibt die Gesellschaft drei Mythen zur komplementären Krebstherapie, die ihr immer wieder begegnen. Mit 25 000 Mitgliedern und Förderern ist die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin bei Krebserkrankungen im deutschsprachigen Raum. Mehr als 6.000 Personen suchen jedes Jahr bei der Gesellschaft telefonischen und persönlichen ärztlichen Rat.

Mythos 1: Komplementäre, biologische Therapien sind wirkungslos

Ob Hyperthermie, Misteltherapie, körperliche Bewegung, seelisch unterstützende Methoden wie das Visualisieren, Ernährungstherapie: Die Wirksamkeit zahlreicher komplementäronkologischer Therapien ist wissenschaftlich klar belegt. Die GfBK setzt in der ganzheitlichen biologischen Behandlung auf die vier Säulen: psychische Stabilisierung, körperliche Aktivierung, Ernährung und Stoffwechsel sowie Stärkung und Regulation des Immunsystems.

„Die Tumorimmuntherapie gilt heute als 4. Säule der Krebsbehandlung", sagt Dr. Irmey. Auch der Zusammenhang von Ernährung und Krebs sei heute wis-senschaftlich unbestritten. Übergewicht und Stoffwechselstörungen gelten als entscheidende Risikofaktoren von Krebs. „Gesunde Ernährung mit frischen und vollwertigen Nahrungsmitteln stärkt die Abwehrkräfte, stabilisiert das Immunsystem und mindert Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie." Körperliche Aktivität schützt Tumorpatienten vor Rezidiven - das belegen wissenschaftliche Studien.

Mythos 2: Erst ausschließlich die schulmedizinische Behandlung, dann später (vielleicht) eine biologische Zusatztherapie

Viele Onkologen warnen Patienten davor, vor und während Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung biologische Mittel oder Verfahren anzuwenden. Sie könnten nach Meinung der Onkologen die Wirksamkeit der konventionellen Therapie behindern. „Biologisch und komplementär von Anfang an", ist hingegen das Credo der Gesellschaft für Biologischen Krebsabwehr. „Sehr wohl lassen sich biologische Verfahren und Chemotherapie oder Bestrahlung auch gleichzeitig einsetzen", erläutert der Ärztliche Direktor der GfBK, Dr. Irmey. So empfiehlt die GfBK zum Beispiel bei Prostatakrebs von Anfang an ergänzende Behandlungen mit Mistel- oder Thymusinjektionen zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte. Visualisierungen, also bildhafte Vorstellungsübungen der Gesundung, und ein positiver Zugang zur Krankheit können schon nach der Diagnose zum Heilungsprozess beitragen. Adäquate psychoonkologische Betreuung vom ersten Krankheitstag an verspricht viel bessere Erfolge bei jeder Form der Therapie.

Das Spurenelement Selen zum Beispiel stabilisiert und aktiviert das Immunsystem. Es bilden sich mehr Antikörper, Killerzellen und Abwehr-Lymphozyten. Selen erhöht sogar die Wirksamkeit einer Strahlentherapie und reduziert deren Nebenwirkungen.

Mythos 3: Die Medizin macht gesund, nicht der Patient

Neben einem äußeren Arzt, der vielleicht einen Tumor operiere und Medikamente verschreibe, brauche jeder Mensch auch einen inneren Arzt, sagt der emeritierte Onkologie-Professor Dr. Gerd Nagel zu Recht. „Einen inneren Arzt, der weiß, was das Richtige für mich ist." Krebspatienten selbst tragen wesentlich zur Heilung bei. „Wenn Patienten die Verantwortung für sich und ihre Behandlung in die Hand nehmen, erhöht das die Wirksamkeit der Behandlung und verbessert die Chancen auf Genesung", erklärt Dr. Irmey. Deshalb setzt sich die GfBK für die enge Zusammenarbeit der Ärzte mit ihren Patienten auf Augenhöhe ein und befürwortet eine wirklich auf den einzelnen Menschen abgestimmte Therapie.

30.01.2014

Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK)


Die Heilungschancen von Krebserkrankungen liegen höher, wenn verschiedene Verfahren und Krebstherapien sinnvoll kombiniert.werden.