Körperfett

Funktion von Körperfett

Der Anteil von Körperfett ist abhängig von Geschlecht und Alter und gibt Aufschluss über Aktivitätsgrad und Ernährung einer Person. Ein gewisser Anteil an Körperfett ist für den Menschen lebensnotwendig.

Körperfett befindet sich vorwiegend an den Organen als Schutzpolster und direkt unter der Haut. Dieses sogenannte Unterhautfettgewebe bietet Energiereserven für den Notfall, schützt und isoliert bei extremen Temperaturen. Wenn zu wenige Fettdepots vorhanden sind, kann es zu Immunerkrankungen kommen. Dies äußert sich durch häufiges Frieren und einer starken Anfälligkeit für Erkältungen.

Unterschiede bei der Fettverteilung

Überschüssige Kalorien werden sehr schnell in Form von Körperfett gespeichert, um dort als Reserve zur Verfügung zu stehen. Evolutionsbedingt besitzen Frauen und Männer ein unterschiedliches Fettverteilungsmuster. Der Birnentyp trifft eher auf Frauen zu: Das Fett setzt schnell an Hüften und Oberschenkeln an. Männer entsprechen dagegen eher dem Apfeltyp, bei dem sich das Körperfett im Bauchbereich zentriert - der Bierbauch! Diese „androide“ Fettverteilung beim Apfeltyp war ursprünglich als Reserveenergie für Extremsituationen vorgesehen (z. B. Männer auf der Jagd, nach mehrtägigem Hungerzustand).

Männer nutzen noch heute schneller ihre Energiereserven aus den Fettpolstern im Bauchraum und nehmen dort schneller ab als Frauen an ihren „Problemzonen“.

Gefährlich ist die bauchbetonte Fettverteilung bei Männern jedoch, wenn die Depots nicht mehr geleert werden und anstelle dessen ein Überangebot an Energie besteht - durch zu viel Bier, Chips, Pizza etc. Auf Dauer ist der Bierbauch ein echtes Gesundheitsrisiko. Wenn der Bauch einen bestimmten Umfang erreicht hat, entsteht ein Quelldruck, der die Fettsäuren in die Blutbahn verdrängt. Auf Dauer führt dies zur Überschwemmung von Blutbahn und Gefäßen mit Fettsäuren. Wenn dieser Zustand über längere Dauer anhält, belastet das den Cholesterinstoffwechsel und begünstigt damit Herz- Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose und Herzinfarkte.

Die Fettverteilung kann anhand der Waist-to-Hip-Ratio ermittelt werden. Hier werden der Taillen- und der Hüftumfang mittels eines einfachen Maßbandes gemessen.

Für das Waist-to-Hip Ratio ist der Quotient aus Taillen- und Hüftumfang Ausschlag gebend:

Eine bauchbetonte Fettverteilung (Apfeltyp) liegt vor, wenn der Quotient bei Frauen > 0,85 und bei Männern > 1,0 ist.

Figurtipp:

Die Messung der Waist-to-Hip-Ratio ist auch interessant für eine Verlaufsmessung im Rahmen einer Gewichtsreduktion. Bei Betrachtung und Vergleich der einzelnen Werte kann gezielt beobachtet werden, ob man an den richtigen Stellen abgenommen hat.

Methoden zur Körperfett-Messung

In der Medizin gibt es diverse Möglichkeiten zur Messung des Körperfett-Anteils. Die wohl genaueste ist das Unterwasserwiegen, wobei der Auftrieb gemessen wird. Diese Methode ist aber wenig praktikabel und soll an dieser Stelle nicht weiter erwähnt werden. Die gängigsten Methoden der Körperfett-Messung sind die BIA-Messung und die Infrarotmessung. Bei letzterer wird Infrarotlicht durch den Oberarm gesendet, wobei die Reststrahlung differenziert betrachtet wird und Aufschluss über die Körperzusammensetzung gibt. Der Nachteil bei dieser Messung ist, dass nur partiell der Oberkörper gemessen wird.

Die Bio-Impedanz-Analyse (BIA) hat sich immer mehr durchgesetzt. Sie wird in Arztpraxen, in der Ernährungsberatung und in einigen Fitnessstudios verwendet. Die BIA-Messung basiert auf dem Prinzip, dass unterschiedliche Zellsubstanzen anders leiten. Wasser und Körperfett leiten gut, während aktive Zellmasse und Muskelmasse eine geringe Leitfähigkeit aufweisen und einen Widerstand erzeugen. Bei der BIA-Messung wird durch Elektroden an Hand und Fuß einer Körperhälfte ein minimaler Stromimpuls geleitet und der Restwiderstand wird gemessen. Die Ergebnisse liefern Auskunft über die Körperzusammensetzung. Dabei werden neben dem Körperfettanteil auch die aktive Zellmasse, die Muskelmasse und der Wasseranteil gemessen. Daraus lässt sich neben der Ernährungsweise auch auf den Hydrationszustand und die körperliche Aktivität der Messperson schließen.

Sie haben eine Körperfett-Waage zu Hause? Das ist sehr lobenswert und zeigt, dass Sie sich um die gesundheitlichen Risiken eines zu hohen Körperfett-Anteils Gedanken machen. Bei der Körperfettwaage ist folgendes zu beachten: Der Strom fließt nur durch den Unterkörper, so dass auch nur dieser Körperfett-Anteil gemessen und auf den gesamten Körper hoch gerechnet wird. Für eine aussagekräftige Messung eignen sich diese Hausgeräte zwar nicht, jedoch ist es für eine Verlaufsmessung wunderbar. Wenn Sie regelmäßig unter den gleichen Bedingungen auf die Körperfettwaage steigen, können Sie sehr schön beobachten, wie sich nicht nur Ihr Gewicht, sondern auch Ihr Körperfett-Anteil verändert. Beachten Sie dabei bitte, dass Sie möglichst 2 Stunden vorher nichts getrunken oder gegessen haben und in den letzten Stunden nicht körperlich aktiv waren. Am besten eignet sich die Messung morgens nüchtern.

Richtwerte Körperfettanteil

Als Richtwert für den Körperfettanteil gilt:

Bei Frauen < 25%.
Bei Männern < 20%.

Wer einen höheren Körperfettanteil besitzt, kann als adipös eingestuft werden, womit das Risiko für Herz- Kreislauf-Erkrankungen erhöht ist (siehe auch "Warum ist es wichtig, auf das Körpergewicht zu achten?")

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