Bedroht Schluck aus der Leitung Herzkranzgefäße?

Dr. med. Michael Kotzerke, Chefarzt der Medizinischen Klinik Tuttlingen, erklärt, ob kalkhaltiges Wasser die Herzkranzgefäße bedroht

Kalk nervt - er gefährdet die Funktion von Waschmaschinen, macht im Bad hässliche Flecken und lässt Wasserkocher schnell unhygienisch wirken. Je härter und damit kalkhaltiger unser Wasser ist, desto schlimmer die Auswirkungen. Und welche Folgen hat kalkhaltiges Trinkwasser für den menschlichen Organismus? Auch in unserem Körper ist Kalk ein Störenfried. Wer häufig etwas vergisst, der muss sich von Freunden und Familie den Vorwurf anhören: „Du bist ja schon total verkalkt.“ Und eine Verkalkung der Herzkranzgefäße kann im schlimmsten Fall zum Infarkt führen.

 

Verkalkung ist eine Folge, aber nicht die Ursache

Foto von Dr. Kotzerke - HerzspezialistBesteht denn tatsächlich ein Zusammenhang? Kann hartes Trinkwasser beziehungsweise zu viel Kalk im Trinkwasser für Verkalkungen der Herzkranzgefäße verantwortlich sein? Dr. med. Michael Kotzerke, Chefarzt der Medizinischen Klinik Tuttlingen, sagt: „Die Frage, ob ein hoher Gehalt an Kalk im Trinkwasser mit der Verkalkung der Herzkranzgefäße in Verbindung steht, lässt sich mit einem klaren Nein beantworten. Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Kalk über das Trinkwasser und dem Verkalken der Herzkranzgefäße. Vielmehr sind die Kalk-Ablagerungen in den Gefäßwänden als Folge und nicht als Ursache des Krankheitsprozesses bei einer koronaren Herzkrankheit zu verstehen.“

Arteriosklerose beginnt mit einer Schädigung der Zellen an der Gefäßinnenwand, die dadurch rau wird. Die Folge: Verschiedene Blutzellen wie Blutplättchen, weiße und rote Blutkörperchen bleiben haften und auch Fette, ganz besonders das LDL-Cholesterin, lagern sich an der Gefäßinnenwand ab. Diese wird dadurch immer dicker. Zusätzlich zu diesem Prozess versteifen Kalkablagerungen die Arterienwand und das Blutgefäß verliert seine Elastizität.

 

So erhalten Sie das Herz gesund

Wenn kalkhaltiges Wasser also nicht zu den klassischen Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit zählt, was dann? Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes mellitus, ungünstige Cholesterinwerte, Bewegungsmangel oder auch Übergewicht die Gesundheit des Herzens beeinträchtigen können. Wer sein Herz also gesund erhalten möchte, der sollte auf eine gesunde Ernährung achten, Sport treiben und auf Zigaretten am besten komplett verzichten. Viel trinken ist natürlich auch wichtig. Wer seinen Durst mit kalkhaltigem Wasser aus der Leitung löscht, schadet seiner Gesundheit nicht – im Gegenteil. Hartes Trinkwasser ist gesund, sagen Experten, und hilft, sich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen. Meist enthält hartes Wasser auch mehr Magnesium. Das stärkt zum einen die Knochen und wirkt sich zum anderen positiv auf die Herzgesundheit aus.

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