Vitamin-D-Mangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Neue Meta-Analyse von Harvard Universität und synlab Akademie:

  • Deutlicher Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen 
  • 19 unabhängige Studien mit 66.000 Teilnehmern ausgewertet
  • Vitamin-D-Konzentration hat deutlichen Einfluss auf das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen, koronarer Herzkrankheit und Schlaganfall
  • Interventionsstudien als Beleg des Zusammenhangs stehen noch aus

Boston/Augsburg, 22. November 2012. Ein Mangel an Vitamin D erhöht nach einer neuen Meta-Analyse deutlich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit und Schlaganfall. In die Analyse der Harvard Universität in Boston, an der auch die synlab Akademie für ärztliche Fortbildung in Mannheim beteiligt war, wurden 19 unabhängige Studien aus den Jahren 1966 bis 2012 mit insgesamt rund 66.000 Teilnehmern einbezogen. Die Studie ergab, dass bei einem Vitamin-D-Spiegel unter 24 Nanogramm je Milliliter Blut ein deutlich erhöhtes Risiko besteht, kardiovaskuläre Erkrankungen zu bekommen und daran zu sterben.

Klassischerweise wird in der Medizin die ergänzende Gabe von Vitamin D zur Vorbeugung der Rachitis im Kindesalter empfohlen, denn es ist gesichert, dass Vitamin D eine entscheidende Rolle bei der Regulation von Mineral- und Knochenstoffwechsel spielt. Meta-Analysen randomisierter, kontrollierter Studien mit Erwachsenen dokumentieren, dass die Supplementierung mit Vitamin D Knochenbrüche und Stürze deutlich reduziert. Daher ist die Einnahme von Vitamin D bei der Behandlung der Osteoporose etabliert. Mangel an Vitamin D wurde darüber hinaus erst kürzlich auch mit Erkrankungen wie Krebs, Infektionen, Autoimmun- und vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Die neue Meta-Analyse von Präventivmedizinern und Epidemiologen der Harvard Universität, an der auch die Akademie für ärztliche Fortbildung des Labordienstleisters synlab mitgewirkt hat, untersuchte nun den genauen Zusammenhang zwischen dem Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen und der Konzentration des Vitamin D im Blut.

Die Forscher werteten alle in der Fachliteratur zwischen 1966 und Februar 2012 zu diesem Thema verfügbaren prospektiven Studien aus. Sie identifizierten 19 unabhängige Studien mit 65.994 Teilnehmern und 6.123 inzidenten Fällen kardiovaskulärer Erkrankungen.

Die Auswertung ergab, dass Vitamin D hochsignifikant und umgekehrt mit kardiovaskulären Erkrankungen, kardiovaskulärer Sterblichkeit, koronarer Herzkrankheit und Schlaganfall assoziiert ist: Unter Konzentrationen von etwa 24 ng/ml (60 nmol/l) fand sich ein linearer und inverser Zusammenhang zwischen kardiovaskulärem Risiko und Vitamin-D-Spiegel. Im Bereich höherer Konzentrationen konnte ein solcher Zusammenhang statistisch nicht gesichert werden. Insbesondere ergaben sich auch keine Hinweise auf ein höheres kardiovaskuläres Risiko mit ansteigendem Vitamin D.

Mediziner empfehlen Vitamin-D-Spiegel von mindestens 24 ng/ml

„Ohne Frage fehlen zur Zeit noch Interventionsstudien, die eindeutig zeigen, dass die Anhebung des Vitamin D auf Konzentrationen über 24 ng/ml (60 mmol/l) das kardiovaskuläre Risiko senken“, kommentiert Prof. Winfried März, Direktor der synlab Akademie, die Studienergebnisse. „Andererseits rechtfertigen die Erkenntnisse dieser Meta-Analyse und die solide Evidenz zur Bedeutung der Substitution von Vitamin D für die Knochengesundheit die Empfehlung, dass therapeutisch wenigstens eine Vitamin-D-Konzentration über 24 ng/ml angestrebt werden sollte.“

Weltweit wird der Effekt von Vitamin D auf kardiovaskuläre Erkrankungen in prospektiven, randomisierten Interventionsstudien untersucht. Doch Privatdozent Dr. Stefan Pilz von der Medizinischen Universität Graz kommentiert die Anlage dieser Studien mit Skepsis. „Die Stärken der laufenden Studien sind die große Zahl der Studienteilnehmer und der relativ langen Follow-up-Perioden. Aber es steht nicht fest, ob die offenen Fragen überhaupt beantwortet werden können.“

In der VITAL-Studie in den USA, in die 20.000 Personen einbezogen sind, erhalten die Teilnehmer zu Studienbeginn 2.000 IE Vitamin D pro Tag oder Placebo, und die Aufnahme von bis zu 800 IE Vitamin D pro Tag zusätzlich ist erlaubt. Damit könnten die Ergebnisse auch durch relativ hohe Vitamin-D-Konzentrationen in der Placebogruppe beeinflusst werden, sagte Pilz. „Randomisierte Studien sollten daher vor allem Patienten mit hohem Risiko, niedrigem Vitamin D und erhöhtem Parathyrin (PTH) einschließen, bei denen am ehesten eine Wirkung zu erwarten ist.“ PTH ist ein Peptidhormon, bestehend aus 84 Aminosäuren, welches in den Nebenschilddrüsen (Epithelkörperchen) gebildet wird. Die Hauptfunktion des Parathyrins ist die Erhöhung der Calcium-Konzentration im Blutplasma.

Über synlab:

Die synlab-Gruppe mit Hauptsitz in Augsburg ist ein führender Anbieter von medizinischen Labordienstleistungen in Europa. Das Unternehmen bietet die gesamte Bandbreite von Laboranalysen für die Humanmedizin, Tiermedizin und die Umwelt an. Neben Deutschland ist die synlab-Gruppe in weiteren 19 Ländern mit Niederlassungen vertreten, z.B. in der Schweiz, Italien, Ungarn und Tschechien. Zum Erfolg der synlab-Gruppe tragen europaweit rund 6.800 Mitarbeiter bei, davon 4.500 in Deutschland. Am Firmensitz in Augsburg sind 520 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt gehören etwa 200 Labore zum synlab-Verbund. Im Jahr 2011 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 570,8 Mio. Euro.

www.synlab.com

Für weitere Informationen:

Andreas Borchert 
Leiter Marketing & Kommunikation 
synlab-Gruppe 
Gubener Str. 39 
86156 Augsburg 
Tel.: 0821/52157-564 
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E-Mail: andreas.borchert@synlab.com 

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Lachnerstraße 32
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E-Mail: rg@perfect-game.de 

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