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Arthrose

Arthrose – ein ganz „normaler“ Prozess

Erwarten Sie, dass Ihr Auto 10, 20 oder gar 30 Jahre ohne Schäden und Beeinträchtigungen fährt? Im Laufe der Jahre verschleißen Mechanik und Motor. Warum also sollte unser Körper mit seinen zahlreichen Gelenken uneingeschränkt funktionieren?

Arthrose ist ein altersbedingter Prozess, der früher oder später einen Gelenkverschleiß zur Folge hat. 80 % aller über 50jährigen leiden in Deutschland an diesem Prozess der Gelenkabnutzung.

Was sind typische Symptome der Arthrose?

In den meisten Fällen beginnt die Arthrose mit Spannung und Steifigkeit der Gelenke, gefolgt von Schmerz, Schwellung, Muskelverspannung. Bewegungseinschränkungen und zunehmende Deformitäten der Gelenke bis hin zu ständigen Gelenkentzündungen können auftreten.

Jede Gelenkfläche in unserem Körper ist mit einer Knorpelschicht überzogen. Treffen zwei Gelenkflächen aufeinander, so bildet Knorpel die Verbindung. Knorpelgewebe ist also eine Pufferzone zwischen den Gelenkflächen. Einen vergleichbaren, jedoch komplizierteren Puffer bilden die Menisken für die Kniegelenke und die Bandscheiben für den Rücken.

Durch jahrelange (Fehl-)Belastung der Gelenke kommt es zu einer Zerstörung der Knorpelzellen. Weiterhin begünstigen Veranlagung, Übergewicht, Haltungsfehler und Stoffwechselerkrankungen eine Zerstörung des Knorpels.

Absterben und Abrieb des Knorpels bewirken, dass seine Fähigkeit sinkt, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und abzugeben. Knorpel ist nicht mit Blutgefäßen versorgt, seine „Ernährung“ findet ausschließlich über Be- und Entlastung statt. Wie ein Schwamm, der sich voller Wasser saugt und es beim Zusammendrücken wieder abgibt. Durch die immer schlechter werdende Ernährung des Knorpels nimmt seine Elastizität und Dicke ab. Knorpel fehlt, der Gelenkspalt wird dadurch enger und im schlimmsten Fall reiben schließlich Knochen auf Knochen. Oft verformt sich durch die weitere Fehlbelastung das Gelenk, in schweren Fällen kann nur noch eine Operation Linderung verschaffen.Meist wird dann eine Endoprothese (künstliches Gelenk) eingesetzt.

Ein Röntgenbild gibt nicht immer eine exakte Aussage über das wahre Ausmaß der Arthrose in einem Gelenk, entscheidend ist der Schmerz jedes einzelnen Patienten und der Grad der Bewegungseinschränkung.

Hüfte, Knie und Wirbelsäule sind besonders betroffene Gelenke. Diese Gelenke sind viel häufiger von Arthrosen betroffen, weil sie extrem starken Belastungen ausgesetzt sind. O-Beine, X-Beine oder zu flache Hüftpfannen provozieren viel höhere Abnutzungserscheinungen, weil ganz andere Kräfte und einseitige Belastungen auf die Gelenke wirken.

Zurück zu unserem Auto.
Eine Fehlstellung der Vorderachse hat unweigerlich zur Folge, dass sich im Laufe der Zeit die Reifen einseitig abfahren. Nun ist es kein Problem, sich in kürzester Zeit neue Reifen mit gutem Profil zu kaufen – lässt sich dieses Bild auch auf den menschlichen Körper übertragen?

Was ist die beste Therapie?
Kann der Arzt neuen Knorpel einsetzen?
Oder wächst Knorpel sogar nach?


Arthrose lässt sich nicht rückgängig machen, alle Kraft sollte verwendet werden, ein Fortschreiten zu verhindern. Knorpel erneuert sich nicht von selbst, er wächst nicht nach. Weg ist weg, wie das Profil unseres Autoreifens.

Einige Mediziner entnehmen seit einigen Jahren körpereigene Knorpelzellen, züchten diese und implantieren Sie dann in das betroffene Gelenk. Diese Form der Therapie ist aufwendig und kostenintensiv und erst in einigen Jahren wird sich im Rückblick zeigen, ob diese Form der Therapie langfristigen Erfolg hat.

Natürlich lindern Medikamente gegen Schmerzen und Entzündung die Beschwerden.
Oft können Sie viel früher und einfacher Erfolg haben - dafür müssen Sie jedoch stärker und lauter sein als Ihr innerer „Schweinehund“!

Bewegen Sie sich!

Walking, Jogging, Radfahren, Schwimmen, Wassergymnastik, Physiotherapie, Muskelaufbau – wenn die Dosis stimmt, ist alles zu empfehlen. Bewegen Sie sich, reduzieren Sie Ihr Körpergewicht, entlasten Sie den Druck auf Ihre Gelenke. Dosierte, rhythmische Bewegungen eines Gelenks erhöhen die Gelenkdurchblutung und ein gut ernährter Knorpel bleibt gesund.

Natürlich entscheidet der Schweregrad der Arthrose über die Art der Belastung.
Grundsätzlich gilt: meiden Sie große Sprungbelastungen und führen Sie keine extremen Gelenkbewegungen durch. Die Bewegungsabläufe sollten gleichmäßig und bei niedriger Intensität erfolgen.

Und noch ein Tipp: gemeinsam macht Sport mehr Spaß!
Verabreden Sie sich mit Freunden oder Bekannten zum Sport, besuchen Sie einen Nordic Walking Kurs, machen Sie Gymnastik in einer Gruppe, die Angebote sind vielfältig. Viele Kurse werden von ausgebildeten Therapeuten speziell für Senioren angeboten.

Bewegen Sie sich!

Autor:
Ingo Krüger
Sportphysiotherapeut, Personal Trainer

Hinweis:
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