Büste des Julius Cäsar

Architektur-Epochen
Kunstgeschichte

Teil 10

Der dorische Baustil

Der dorische Baustil zeichnet sich durch klare strenge Linien aus und einer fest vorgegebenen Anzahl von 20 Kanneluren entlang jeder Säule. Der Echinus, als Basis, und Abakus, deren quadratische Deckplatte, bilden gemeinsam das Kapitell. Das Gebälk bilden der Architrav, eine Steinbalkenkonstruktion, und ein zugehöriger Fries, auch Triglyphon genannt. Innerhalb der genauen Definitionen dieser Bauelemente ergaben sich im Laufe der Jahrhunderte aber durchaus auch Veränderungen, wie zum Beispiel eine allmähliche Streckung der Friesausmaße oder eine Simplifizierung des Echinuswulstes, vor allem aber auch eine Verschiebung in den Verhältnissen vom Gebälk zur Säulenhöhe und von der wiederum zum Säulendurchmesser. 

Der ionische Baustil

Die ‚ionische Ordnung’ war dagegen weniger strengen Regeln unterworfen, dafür aber bewusst von der dorischen Bauweise unterschieden. So hat jede dorische Säule ihre eigene Basis, ein vergleichsweise schmaleres Aussehen, das durch eine Verjüngung nach oben hin unterstützt wird, und ca. 24 Kanneluren – in jedem Fall aber mehr als 20. Zum Kapitell gehört ein zusätzliches ‚Polster’ über dem Echinus. Nicht nur diese, sondern auch der Fries sind in der Regel besonders reich verziert mit Ornamenten, Voluten, häufig Perlstab oder Eierstab. Wenn auch zunächst von den Dorern auch auf den ionisch besiedelten Gebieten verdrängt, etablierten sich beide Stile später nebeneinander im gesamten Raum des griechischen Kultureinflusses.

Der korinthische Baustil

Daneben existiert noch der wesentlich jüngere korinthische Baustil. Er zeigt ebenfalls eine Basis, eine feste Anzahl von 24 Kanneluren und eine dekorative Vorgabe von zwei Akanthuskränzen, die den Kalathos genannten Kapitellkörper zu säumen haben. Den entspricht eine generell verbreitete Verwendung von Blumenornamenten, die sich in Anlehnung an die landschaftlich Umgebung eines Baus wahlweise mit ionischen oder dorische Gebälk verbinden lassen. Als klar definierte Ordnung lässt sich dieser korinthische Stil aber erst seit Ende des 5. Jahrhunderts v. Ch. ausmachen, umfassend beschrieben wurde er sogar erst im 1. Jahrhundert v. Ch.

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Diese drei Baustile, der dorische, der ionische und korinthische, wurden später gerne mit einzelnen Elementen zitiert und diese wiederum frei kombiniert. Dadurch entstand eine Art ‚Baukasten’ verschiedener überall wieder zu findender architektonischer Körper, deren geschickte Verbindung Architekten der Zeit zwar durchaus berühmt und angesehen zu machen vermochte, sie uns heute aber wenig deutlich identifizierbar macht. Das prägende Bild der griechischen Architektur bleibt daher neben der funktionell-ästhetischen Einheit vor allem auch ein stark konservatives.

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