Satirische Gedichte

Fröhlicher Tod (Friedrich von Logau 1605-1655)

Es ist ein fröhlich Ding um aller Menschen Sterben:
Es freuen sich darauf die gerne reichen Erben -
Die Priester freuen sich, das Opfer zu genießen -
die Würmer freuen sich an einem guten Bissen -
die Engel freuen sich, die Seelen heimzuführen -
der Teufel freuet sich, im Fall sie ihm gebühren.

Die Tute (Wilhelm Busch 1832-1908)

Wenn die Tante Adelheide
Als Logierbesuch erschien,
Fühlte Fritzchen große Freude,
Denn dann gab es was für ihn. Immer hat die liebe Gute
Tief im Reisekorb versteckt
Eine angenehme Tute,
Deren Inhalt köstlich schmeckt. Täglich wird dem braven Knaben
Draus ein hübsches Stück beschert,
Bis wir schließlich nichts mehr haben
Und die Tante weiterfährt. Mit der Post fuhr sie von hinnen
Fritzchens Trauer ist nur schwach.
Einer Tute, wo nichts drinnen,
Weint man keine Träne nach.

Das Paradies  (Gotthold Ephraim Lessing 1729-1781)

Sein Glück für einen Apfel geben,
O Adam, welche Lüsternheit !
Statt deiner hätte ich sollen leben,
So wär das Paradies noch heut.- Wie aber, wenn alsdann die Traube
Die Probefrucht gewesen wär?
Wie da, mein Freund ? - Ei nun, ich glaube -
Das Paradies wär auch nicht mehr.

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