Gedichte über den Mond/ Mondgedichte

Der Mond (Johann Gottfried Herder 1744-1803)

Und grämt dich, Edler, noch ein Wort
Der kleinen Neidgesellen?
Der hohe Mond, er leuchtet dort,
Und lässt die Hunde bellen
Und schweigt und wandelt ruhig fort,
Was Nacht ist, aufzuhellen.

Du bist mein Mond (Friedrich Rückert 1788-1862)

Du bis mein Mond und ich deine Erde;
Du sagst, du drehest dich um mich.
Ich weiß es nicht, ich weiß nur,
dass ich werde
in meinen Nächten hell durch dich.

Maimond (Max Dauthendey 1867-1918)

Maimond schwebt über dem Fluss
Und liegt mir glatt vor dem Fuß.
Das Wasser rückt nicht von der Stelle
Und lugt nur hinauf in die Helle. Ich schau' übers Flussbett hinüber —
Ein Lied schlägt die Brücke herüber,
Es lacht eine Nachtigall
Eine Brücke aus Freude und Schall Es regt sich der Nachtwind im Laub —
Es fiel ein Gedanke zum Staub — Maimond aus vergangen Jahren
Liegt streichelnd auf alternden Haaren. Maimond zog mich hin mit Verzücken
Sacht über die singende Brücken,
Und jünger wurde mein Gang,
Solange die Nachtigall sang.

Lied vom Monde (Paula Dehmel, 1862-1918)

Wind, Wind, sause,
der Mond ist nicht zu Hause;
er ist wohl hinter den Berg gegangen,
will vielleicht eine Sternschnuppe fangen,
Wind, Wind, sause. Stern, Stern, scheine,
der Mond, der ist noch kleine;
Stern, Stern, scheine,
er hat die Sichel in der Hand,
er mäht das Gras am Himmelsrand,
Stern, Stern, scheine. Singe, Vogel, singe,
der Mond ist guter Dinge;
er steckt den halben Taler raus,
das sieht blank und lustig aus,
singe, Vogel, singe. Und hell wird's, immer heller;
der Mond, der hat 'nen Teller
mit allerfeinstem Silbersand,
den streut er über Meer und Land,
und hell wird's, immer heller.

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