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Liebesgedichte Teil 6

Lieb' und Leid... (Clemens Brentano, 1778-1842)

Lieb' und Leid im leichten Leben
Sich erheben, abwärts schweben,
Alles will das Herz umfangen
Nur verlangen, nie erlangen, In den Spiegel all ihr Bilder
Blicket milder, blicket wilder
Jugend kann doch nichts versäumen
Fortzuträumen, fortzuschäumen. Frühling muss mit süßen Blicken
Sie beglücken, sie berücken,
Sommer sie mit Frucht und Myrten,
Froh bewirten, froh umgürten. Herbst muss ihr den Haushalt lehren,
Zu begehren, zu entbehren,
Winter, Winter lehr mich sterben
Mich verderben, Frühling erben. Wasser fallen um zu springen.
Um zu klingen, um zu singen,
Muss ich schweigen. Wie und wo?
Trüb und froh? nur so, so.

Liebe und Freundschaft (Johann Wilhelm Ludwig Gleim, 1719-1803)

Liebe, weg! Du zankst dich nur,
Bist nur immer eifersüchtig!
Siehst nur immer nach der Uhr,
Bist, wie ihre Stunden, flüchtig! Freundschaft, bleib'! Du zankst dich nicht,
Bist nicht immer eifersüchtig!
Siehst ins helle Sonnenlicht,
Bist nicht unstet, bist nicht flüchtig! Komm' und sitz' auf meinem Schoß,
Herrsch' in meinem kleinen Staate! -
Wie werd' ich die Liebe los?
Rate, liebe Freundschaft, rate!

Liebesantrag (Frank Wedekind, 1864-1918)

Lass uns mit dem Feuer spielen,
Mit dem tollen Liebesfeuer;
Lass uns in den Tiefen wühlen,
Drin die grausen Ungeheuer. Menschenherzens wilde Bestien,
Schlangen, Schakal und Hyänen,
Die den Leichnam noch beläst'gen
Mit den gier'gen Schneidezähnen. Lass uns das Getier versammeln,
Lass es stacheln uns und hetzen.
Und die Tore fest verrammeln
Und uns königlich ergötzen.

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