Gedichte über Hochzeit/ Hochzeitsgedichte

Der Bräutigam (Johann Wolfgang von Goethe)

Um Mitternacht - ich schlief,
Im Busen wachte das liebevolle Herz, als wär es Tag;
Der Tag erschien, mir war, als ob es nachte
- Was ist es mir, soviel er bringen mag.
Sie fehlte ja, mein emsig Tun und Streben,
Für sie allein ertrug ich´s durch die Glut
Der heißen Stunde; welch erquicktes Leben
Am kühlen Abend! Lohnend war´s und gut.
Die Sonne sank, und Hand in Hand verpflichtet
Begrüßten wir den letzten Segensblick,
Und Auge sprach, ins Auge klar gerichtet:
Von Osten, hoffe nur, sie kommt zurück.
Um Mitternacht - der Sterne Glanz geleitet
Im holden Traum zur Schwelle, wo sie ruht.
O sei auch mir dort auszuruhn bereitet,
wie es auch sei, das Leben, es ist gut.

Hochzeitsgedicht von Wilhelm Busch

O wie lieblich, o wie schicklich
sozusagen herzerquicklich
ist es doch für eine Gegend,
wenn zwei Leute, die vermögend,
außerdem mit sich zufrieden,
aber von Geschlecht verschieden,
wenn nun diese, sag ich, ihre
dazu nötigen Papiere
sowie auch die Haushaltssachen
endlich mal in Ordnung machen
und in Ehren und beizeiten
hin zum Standesamte schreiten,
wie es denen, welche lieben,
vom Gesetze vorgeschrieben,
dann ruft jeder freudiglich:
Gott sei Dank! Sie haben sich!

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