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Regelverstöße und Strafpunkte

1a)

Hat nicht der richtige Spieler die Karten verteilt, so wird neu gegeben, falls der Fehler spätestens beim Aufspielen der ersten Karte bemerkt wird. Sobald die zweite Karte auf dem Tisch liegt, ist das Spiel gültig.

1b)

Jeder Spieler ist verpflichtet darauf zu achten, dass ihm die richtige Kartenzahl (also 12) ausgeteilt wird.

1d) 

Für die korrekte Notation ist nicht nur der Schreiber, sondern alle Spieler gleichermaßen verantwortlich.

2. 

Es werden keine Strafpunkt verhängt für

2a) 

Vorwerfen im letzten Stich.

2b) 

Versprecher (Re - Kontra bzw. Gesund – Vorbehalt) mit sofortiger Berichtigung.

2c) 

Versprecher (Re – Kontra), wenn aus dem Spielverlauf eindeutig klar ist, dass es sich um einen Versprecher handelt (Solo bzw. gefallene Kreuz Dame(n)).

2d) 

Das sofortige Taufen eines Vorbehalts (und ggf. das sofortige Anspiel), wenn sicher ist, dass dieser Vorbehalt zum Zug kommt.

3. Geringfügiger Fehler

Begeht ein Spieler einen geringfügigen Fehler, so erhält er 3 Strafpunkte. Jeder seiner Mitspieler enthält einen Pluspunkt. Das Spiel geht ganz normal weiter.
Beispiele für geringfügige Fehler:

  • Verfrühtes Anmelden eines Vorbehalts bzw. verfrühtes Gesundmelden.
  • Korrektur von „Gesund“ auf den Vorbehalt „Hochzeit“, sofern noch keine Karte ausgespielt wurde.
  • Versehentliches Ausspiel zum ersten Stich, wenn es sich nicht um Herz 10, Kreuz Dame oder Karo As handelt und das Ausspiel mit keiner Ansage verbunden war.
  • Vorwerfen, wenn der Partner daraus offensichtlich keinen Vorteil ziehen kann. (Die vorgeworfene Karte muss dann natürlich gespielt werden).
  • Ansage von „keine 90“ , „keine 60“ usw., wenn der Partner die gleiche Aussage schon gemacht hat.


4. Schwerwiegende Fehler

4a) 

Bei schwerwiegenden Fehlern im Normalspiel ist das Spiel, sobald die Gegenseite reklamiert, sofort beendet. Das Spiel wird als nicht gespielt bewertet. Der Verursacher erhält 12 Minuspunkte. Diese Strafpunktzahl erhöht sich für den Verursacher um je 3 Punkte für jede Ansage (außer Kontra bzw. Re), die die Gegenseite gemacht hat. Die Gegenspieler erhalten 4 (bzw. 5,6,7,8) Pluspunkte.

4b) 

Beim Solo gilt Regelung a) mit der Außnahme:
Der Solospieler kann im Falle eines Fehlers eines Gegenspielers entscheiden, ob das nach Feststellung des Regelverstoßes beendete Spiel für den Solospieler als gewonnenes Solo gewertet wird oder nicht. In Abweichung von Regelung a) erhalten im Falle der Wertung als Solo
Der Solospieler   12 Pluspunkte
Der Verursacher   12 Minuspunkte
Die übrigen Spieler     0 Punkte
Auch hier erhöht sich diese Punktzahl für jede Aussage des Solospielers (außer Re) um je 3 Punkte.
Das Spiel und somit das Solo gelten als gespielt.

4c) 

Das Recht auf Spielabbruch zu reklamieren, hat nur die Gegenpartei, also niemals ein Partner des Verursachers.

5. Verspätete Ansagen

5a) Verspätetes Ansagen im Normalspiel ist ein schwerwiegender Fehler.
b) Macht der Solospieler eine verspätete Ansage, so ist er verpflichtet, diese Ansage auch zu erfüllen, im sein Solo zu gewinnen. Gelingt ihm das, so wird ihm der Punkt für die verspätete Ansage jedoch nicht gut geschrieben. Gelingt ihm das nicht, wird der Punkt für die Ansage bewertet.
c) Macht beim Solo einer der Gegenspieler eine verspätete Ansage, so ist dies ein schwerwiegender Fehler. Dir der Solospieler hat in diesem Fall das Recht auf Spielabbruch zu reklamieren (vgl. 4.C.).

6. Reklamationszeitpunkt

6a) In aller Regel kann ein Fehler nur sofort, nachdem er entdeckt wurde, reklamiert werden. Wer weiter spielt, verliert das Recht auf Reklamation. (Ausnahme: Es ist zulässig, Nicht-Bedienen erst unmittelbar nach Spielende zu reklamieren, da die Rekonstruktion eines solchen Fehlers oft das Aufdecken mehrerer Stiche erfordert, das den Spielverlauf entscheidend beeinflussen könnte.)

6b) Vorbehaltlich der unter a) gemachten Einschränkung wird der zuerst begangene, also nicht notwendig der zuerst reklamierte Fehler bestraft.

6c) Sind sich die Spieler über die Vorgehensweise bei einem Fehler oder vermeintlichen Fehler nicht einige, ist sofort die Turnierleitung zu rufen. Wird „erst einmal weiter gespielt“, so erlischt jeder Rekonstruktionsanspruch.

6d) Ein Spieler, der kein Reklamationsrecht hat, weil er zur Verursacherpartei gehört, darf aber auf einen geschehenen Fehler hinweisen.

7. Sonstige Fehler

Bei Fehlern, die nicht untern den Beispielen in 2., 3. und 5. aufgeführt sind (z.B. alle Arten von Bemerkungen), entscheidet die Turnierleitung, ob es sich im einen unerheblichen, geringfügigen oder schwerwiegenden Fehler handelt. Dem entsprechend werden gegen den Verursacher 0,3,12 oder mehr Strafpunkte verhängt.

8. Unsportliches Verhalten

Bei unsportlichem Verhalten eines Spielers kann die Turnierleitung, je nach Schwere des Delikts die folgenden Sanktionen verhängen:

  • Verwarnung (führt bei weiterem Fehlverhalten zu Punktabzug oder zur Disqualifikation)
  • Punktabzug (maximal 5), ohne Gutschrift für die Mitspieler
  • Disqualifikation


Beispiele für unsportliches Verhalten:

  • Absichtliche Regelverletzung, um sich oder anderen Spielern Vorteile zu verschaffen.
  • Der Versuch, andere Spieler zu Regelverstößen zu verleiten.
  • Aktionen, die eine regelrechte Wertung eines Spiels in Frage stellen. (Durchmischen der eigenen Stiche, um eine Rekonstruktion zu verhindern; Zusammen werfen der Karten, bevor beide Parteien das Ergebnis bestätigt haben;... .)


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