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Darmkrebsvorsorge verhinderte 180.000 Darmkrebserkrankungen

Foto von Dr. DotzelDer Darmkrebsmonat März ist dazu da, um uns wieder daran zu erinnern: Darmkrebs ist die zweithäufigste Todesursache durch Krebs in Deutschland. Jedes Jahr sterben daran fast 26.000 Menschen in unserem Land und das, obwohl man sich davor schützen kann. „Die Koloskopie, die Darmspiegelung, ist eine der besten Präventivmaßnahmen, die es in der Krebsvorsorge heute gibt, denn sie gehört zu den wenigen Früherkennungsuntersuchungen, die Krebs auch verhindern kann“, sagt Dr. Walter Dotzel, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg.

Was bringt die Darmkrebs-Vorsorge?

Nach einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ist das Risiko, innerhalb von zehn Jahren nach einer Vorsorge-Darmspiegelung an Darmkrebs zu erkranken, um rund 90 Prozent niedriger als bei Personen, die keine Vorsorge-Koloskopie in Anspruch genommen hatten. Die Koloskopie hat in den ersten zehn Jahren nach Einführung (2002-2012) rund 180.000 Darmkrebsfälle verhindert. Dennoch nehmen nur 20 Prozent der anspruchsberechtigten Männer und Frauen diese Untersuchung wahr. Ab dem 55. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen die Kosten für eine Koloskopie, bei entsprechender familiärer Vorbelastung wird die Koloskopie schon in jüngerem Alter empfohlen.

Wie entsteht Darmkrebs?

Darmkrebs entsteht, wenn in den Zellen der Darmschleimhaut eine Gewebeveränderung stattfindet. „Etwa 90 Prozent aller Darmkrebserkrankungen entstehen durch entartete Darmpolypen, also pilzähnliche Vorwölbungen der Darmschleimhaut, deren Zellen sich in Krebszellen umgewandelt haben“, sagt Dr. Dotzel. Diese Entartung vom Darmpolypen zum Krebs kann rund 10 Jahre dauern. Über Jahre und Jahrzehnte können immer mehr Zellen mit Gewebeveränderungen auftreten bis eine kritische Menge erreicht ist, die ihr Wachstum selbst nicht mehr kontrollieren kann. Mit einem höheren Alter nimmt demnach das Krebsrisiko zu. Viele Menschen erkranken nach ihrem 50. Lebensjahr.

Wie läuft eine Koloskopie ab?

Die Darmspiegelung gilt als besonders schonende und risikoarme Methode der Vorsorgeuntersuchung und wird inzwischen routinemäßig durchgeführt. Meist erfolgt sie ambulant, der Patient kann die Klinik also noch am gleichen Tag wieder verlassen. Bei der Koloskopie können Darmpolypen erkannt und sofort entfernt werden. Dazu wird ein etwa fingerdickes und schlauchartiges Endoskop in den Darm einführt, das unter anderem mit einer kleinen Kamera ausgestattet ist. Die Untersuchung kann unter der Gabe von Beruhigungsmitteln oder einer leichten Narkose durchgeführt werden, sodass der Patient die Durchführung nahezu nicht wahrnimmt und keine Schmerzen verspürt. Diese Vorsorgemaßnahme ist demnach nicht nur eine Untersuchung zur frühen Erkennung von Darmkrebs, sondern sie kann seine Entstehung in Vorstufen verhindern. „Je früher diese Gewebeveränderungen der Darmschleimhaut festgestellt werden, desto größer sind die Heilungschancen. Deshalb ist es so wichtig, dass mehr Menschen die Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen“, so Dr. Dotzel.

Interview mit Klaus Schröter von der Selbsthilfeorganisation ILCO e.V.

Für alle Menschen, die bereits an Darmkrebs erkrankt sind, bietet die Die Deutsche ILCO e.V., eine Selbsthilfeorganisation für Stomaträger und Menschen mit Darmkrebs, Hilfe und Unterstützung. Der Sprecher der Region Süd-Hessen, Klaus Schröter, beantwortet hierzu einige Fragen.

Herr Schröter, wie können Sie Betroffene unterstützen?

Foto von Klaus SchröterDa die meisten Mitglieder von uns eigene Erfahrungen mit Darmkrebs haben, sind wir in der Lage, aus diesem Erfahrungsschatz heraus bei vielen Problemen helfen zu können. Das gilt sowohl für die Zeit nach einer Darmkrebsoperation, in der ein temporäres Stoma angelegt wird, als auch für Patienten, die anschließend mit einem endständigen künstlichen Darmausgang leben müssen. Weiter gibt es einen Personenkreis, der nach erfolgreicher Rückverlegung einige Schwierigkeiten hat. In allen Fällen haben die Betroffenen die Gelegenheit, sich mit Gleichbetroffenen auszutauschen und dabei feststellen zu können, dass sie nicht alleine sind. Außerdem verfügen wir über eine große Anzahl von eigener Literatur, in der die verschiedenen Problemfälle sehr ausführlich dargestellt sind und für die wir gute Hilfestellung bieten können.

Was wollen Sie Gesunden und Darmkrebserkrankten mit auf den Weg geben?

Wir möchten noch einmal betonen, dass die Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung unbedingt anzuraten ist, dass wir aber auch für den schlimmen Fall einer Tumorerkrankung und deren Folgen den Betroffenen Mut machen möchten, dass sich auch ein Leben danach lohnt. Sie sind nicht alleine!

Kontakt:

Deutsche ILCO e.V.
Klaus Schröter
Telefon: 06251/72209
Web: www.ilco-region-suedhessen.de
Termine: Gruppentreffen jeden 1. Freitag im Monat, 15 Uhr, Restaurant Trautheim, Mühltal

Hinweis:
Dieser Artikel dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt keinesfalls den Besuch bei einem approbierten Arzt. Alle auf www.planetsenior.de angebotenen Inhalte dürfen und können nicht zur Selbstdiagnose oder Eigenmedikation verwendet werden. PlanetSenior leistet keinerlei Beratung oder Empfehlung. Fragen Sie hinsichtlich Heilungsverfahren, Diagnosen, Symptomen und Medikation unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker. Beachten Sie bitte auch den Haftungsausschluss.

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