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Canasta

» Spieleranzahl: 2 bis maximal 10

» Spielkarten: 108 (2 Spiele zu je 52 Karten) und 4 Joker

» Dauer: mindestens 2 Stunden

» Schwierigkeitsgrad: mittel

Canasta kommt aus dem Spanischen, bedeutet Korb und entstand erst um 1950 in Südamerika. Innerhalb kurzer Zeit erlebte das Spiel einen wahren Boom und fand zahlreiche Anhänger in Nordamerika, Kanada und später auch Deutschland.
Das Canastaspiel weist viele Parallelen zu Rommè auf. Es ist leicht zu erlernen und immer spannend und amüsant.  

Die absteigende Rangfolge der Karten:

Rote Drei (100P.);
echter Joker (50P.); unechter Joker (Zwei) und Ass (20P.);  
König, Dame, Bube, Zehn, Neun, Acht (10P.);
Sieben, Sechs, Fünf, Vier und schwarze Drei  (5P.)

Eine Farbrangfolge gibt es bei diesem Spiel nicht.

Die rote Drei (Herz oder Karo drei) hat im Canastaspiel eine Sonderfunktion und ergibt in der Endauswertung die höchste Punktzahl (100). Befindet sich solch eine Karte in Ihrem Blatt, müssen Sie diese Prämienkarte, sobald Sie an der Reihe sind, noch vor dem Kartenziehen vor sich auf den Tisch ablegen. Wichtig: Vergessen Sie das Ablegen der Prämienkarte, werden Sie mit 500 Minuspunkten bestraft.

Zweien und Joker sind so genannte wilde oder unnatürliche Karten. Das bedeutet, sie können jede beliebige Karte ersetzen. In der Endauswertung geben sie eine hohe Punktezahl.

Hinter dem Begriff Canasta versteckt sich eine Kombination aus sieben gleichwertigen Karten, das heißt Karten mit der gleichen Zahl. Unterschieden wird hierbei zwischen einem echten Canasta und einem unechten Canasta. Bei dem unechten Canasta wird eine Serie gleichrangiger Karten mit Jokern und Zweien ergänzt - beispielsweise vier Siebenen, zwei Joker und eine Zwei. Mehr als drei wilde Karten sind allerdings nicht erlaubt.

Ziel des Spiels ist es, durch möglichst geschicktes Auslegen von echten und unechten Canastas Punkte zu sammeln. Wer zuerst 5.000 Punkte zusammen hat, entscheidet das Spiel für sich. Dabei zählen die ausgelegten Punkte für den Spieler, während die sich auf der Hand befindenden Karten gegen gerechnet werden.

Bei Canasta spielt in der Regel bei bis zu drei Beteiligten jeder gegen jeden. Nehmen vier Personen und mehr teil, werden Teams gebildet.
Am Besten spielt man Canasta zu zweit oder zu viert.

Spielverlauf:

Das Los entscheidet den ersten Teiler und Schriftführer. Die Karten werden einzeln gegeben. Vorhand erhält 13 Karten, alle anderen Spieler 12.
Vorhand eröffnet das Spiel, indem er eine Karte auf den Ablagestapel (Poso) legt.  Die nachfolgenden Spieler ziehen zu Beginn jedes Spielzuges eine Karte vom Talon. Hat ein Spieler eine rote Drei oder erhält diese vom Stoß, muss sie sofort ausgelegt und eine neue Karte genommen werden.
Der Spieler beendet seinen Zug, indem er eine für ihn unbrauchbare Karte offen auf den Ablagestapel legt.

Das Melden

Das Melden ist der eigentliche Sinn des Spiels. Nach der ersten Runde kann jeder Spieler bei seinem Spielzug Sätze aus zahlgleichen oder bildgleichen Karten auslegen. Voraussetzung ist, dass der Satz aus mindestens drei Karten besteht. 
Je nach aktuellem Punktestand eines Spielers/ einer Mannschaft (s. Abrechnung) muss auch die erste Meldung ausfallen:

- Minus                    15 Punkte
- 0 bis 1.495            50 Punkte
- 1.500 bis 2.995      90 Punkte
- 3.000 und mehr    120 Punkte 

Es können auch mehrere Meldungen gleichzeitig ausgelegt werden, um die geforderte Mindestpunktezahl zu erzielen.
Setzt sich der Satz aus sieben oder mehr Karten zusammen, hat der Spieler einen Canasta. Einen Satz aus schwarzen Dreien darf der Spieler nur melden, wenn er nach dem Ablegen keine Karten mehr in der Hand hat. Joker und Zweier können nicht gemeldet werden. Sie stellen nur Bestandteile einzelner Sätze dar.

Wichtig:
Es ist erlaubt, Karten an die eigenen Meldungen oder an die Ihres Partners anzufügen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie gerade an der Reihe sind. Nicht anfügen dürfen Sie diese Meldungen jedoch an die Sätze Ihrer Gegner.
Ebenfalls möglich ist es, zwei Meldungen zu einer einzigen zu verbinden. Nur darf nie eine Karte aus einer Meldung entfernt werden. Und Sie müssen unbedingt darauf achten, dass die Meldung maximal drei wilde Karten enthält.
Ein Canasta kann auch gebildet werden, indem Sie Karten an frühere Meldungen anlegen.
Ein Canasta bringt eine besondere Prämie! Außerdem muss ein Spieler einen Canasta bilden, um überhaupt all seine Karten ablegen zu dürfen.

Der Ablagestapel

Das Melden ist für den Spielverlauf von großer Bedeutung. Denn wenn ein Spieler bereits einen Satz vor sich ausgelegt hat, kann er bei Zugbeginn die Karten des Ablagestapels erhalten. Er zieht dann keine Karte vom Talon, sondern "klopft" bei der abgelegten Karte des Vorgängers. Voraussetzung dafür ist, dass er von dieser Karte mindestens 2 der gleichen Sorte (unabhängig von der Farbe) auf der Hand hat. Außerdem darf keine schwarze Drei auf dem Ablagestapel liegen, denn diese blockiert den Poso für den nächsten Spieler.
Wenn alle  Voraussetzungen erfüllt sind, erhält der Spieler automatisch den gesamten offenen Stoß. Dies ist besonders von Vorteil, wenn viele Karten abgelegt wurden, da hier die Wahrscheinlichkeit für einen Canasta erhöht wird. 

Ausgehen

Liegt nur noch eine einzige Karte im Ablagestoß, darf ein Spieler, der nur noch eine Karte besitzt, diese nicht nehmen und das Spiel beenden.
Einzige Ausnahme: Der Talon ist dann aufgebraucht. In diesem Fall sind alle Beteiligten dazu verpflichtet, Karten vom Ablagestoß zu nehmen. Dies gilt aber nur dann, wenn sie mit ihnen eine Meldung machen oder eine Meldung ergänzen können. Ist dies nicht möglich, gilt die Runde sofort als beendet. Es wird abgrerchnet und neu gegeben.

Verdeckte Hand

Eine besondere Form des Ausgehens ist die so genannte Verdeckte Hand. Hierfür muss ein Spieler alle Karten in seiner Hand auf einmal melden - ohne vorher jemals eine Meldung gemacht oder Meldungen eines Partners ergänzt zu haben.
Er darf beim Ausgehen mit verdeckter Hand auch keine Karten an die Meldungen seines Partners anfügen und keine Karte ablegen. Außerdem muss der Spieler mit seinen Meldungen mindestens einen Canasta bilden.
Wenn sein Partner noch nicht gemeldet hat, muss er obendrein die Regeln für eine Erstmeldung erfüllen.
Außerdem können Sie Ihren Partner fragen, ob Sie ausgehen dürfen. Erlaubt ist diese Frage aber nur, wenn Sie gerade an der Reihe sind und noch keine Karten gespielt haben. Die Frage kann vom Partner mit "ja" oder "nein" beantwortet werden. Die Antwort ist für den Frager immer verbindlich.
Die Frage ist allerdings keine Pflicht - ausgehen dürfen Sie auch ohne Befragung!

Nach dem Ausgehen oder der verdeckten Hand ist die Runde beendet.

Abrechnung

Jede Karte hat einen Punktewert. Wenn sie in einer Meldung enthalten ist, zählt sie positiv. Befindet sie sich aber auf der Hand eines Spielers, wird ihr Punktewert als Minus angerechnet.

Die Siegerpartei berechnet ihre Punkte wie folgt:
- Gesamtwert der Karten in ihren Meldungen (s. Rangfolge)
- Prämien: 100 Punkte für Ausgehen und verdeckte Hand
- für jede rote Drei 100 oder 200 Punkte (wenn alle roten in einem Team)
- für jeden echten Canasta 500 Punkte
- für jeden gemischten Canasta 300 Punkte
Abgezogen werden die Punktewerte der Karten, die jeder Spieler der Partei noch auf der Hand hält.

Die Berechnung der gegnerischen Punkte verläuft ähnlich. Allerdings dürfen die Gegner keine Punkte für Verdeckte Hand oder Ausgehen anrechnen. Haben sie keine einzige Meldung gemacht, werden die Punkte für die rote Drei abgezogen und nicht hinzu gezählt. 
Überschreiten beide Parteien während einer Runde die angestrebten 5.000 Punkte, gewinnt das Team mit der höchsten Punktezahl. Als Prämie wird bei Canasta nur in Ausnahmefällen ein bestimmter Betrag festgelegt. Meist orientiert sich der Gewinn an der Differenz der Endstände. Den Betrag zahlen sich Spieler bzw. Parteien gegenseitig aus. 

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