« Nierenarterienablation gegen Bluthochdruck

Nierenarterienablation kann Schlaganfall verhindern

Innovative Behandlungsmethode unter örtlicher Betäubung senkt Bluthochdruck und Folgeerkrankungen drastisch / Bilanz nach 2 Jahren positiv

Schlaganfall, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen in den Beinen – am Anfang solcher Erkrankungen steht meist ein zu hoher Blutdruck. Bluthochdruck, auch als „leiser Killer“ bezeichnet, führt nämlich in erster Linie zu Gefäßkrankheiten - und über diese Schäden kommt es schleichend zu schweren Organschäden an Herz, Niere oder im Gehirn. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto besser können Betroffene durch Umstellung ihres Lebensstils etwas dagegen unternehmen. Sport und Ernährung spielen die wichtigste Rolle, auch Medikamente können ergänzend zur Senkung des Blutdrucks beitragen. Doch obwohl es heute gute und effektive Medikamente gibt, lässt sich der Blutdruck bei vielen Patienten auch damit nicht in den erforderlichen Zielbereich (in der Regel weniger als 140mmHg) senken. Ein kleiner Eingriff unter örtlicher Betäubung soll Betroffenen nun helfen: „Bei der so genannten Nierenarterienablation werden unter Lokalanästhesie die Nervenfasern an den Nierenarterien verödet, die für die Erhöhung des Blutdrucks verantwortlich sind“, erklärt Privatdozent Dr. Michael Weber, Chefarzt in der Klinik für Innere Medizin II der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg. „Denn bei Bluthochdruckpatienten ist häufig die Regulation des sympathischen Nervensystems, der Stressnerven, gestört. Die Niere schüttet in Folge dessen vermehrt Stresshormone wie Adrenalin aus und diese überaktiven Nierennerven verursachen dann den Bluthochdruck, sagt der Kardiologe.

Bluthochdruck senken – Langzeitschäden vermeiden

Die gesamte Behandlung dauert nicht länger als eine Stunde, in jeder Nierenarterie werden 4 bis 6 Impulse von jeweils 2 Minuten Dauer abgegeben. „Dieser minimal-invasive Eingriff wird ähnlich einer Herzkatheteruntersuchung durchgeführt und ist risikoarm“, so Dr. Weber. Nach dem Eingriff kommt es in den folgenden Monaten in den allermeisten Fällen zu einer erheblichen Blutdrucksenkung.

Klinik zieht erfolgreiche Bilanz

Seit März 2011 praktiziert die Klinik für Innere Medizin II in Groß-Umstadt diese neuartige Methode zur Blutdrucksenkung. Das Verfahren wird derzeit bei Patienten eingesetzt, die trotz einer Einnahme von mindestens drei Medikamenten noch immer Blutdruckwerte über 140mmHg haben. Unsere Ergebnisse, so Dr. Weber, zeigen nach dem Beobachtungszeitraum von nunmehr 2 Jahren einen dauerhaften Effekt der Behandlung. Bei bis zu 90 Prozent aller Patienten hat die Behandlung zu einer deutlichen Besserung der Blutdruckwerte geführt. Im Schnitt sanken die Werte um 25 mmHg nach einem Jahr.“

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