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ASS kann vor Darmkrebs schützen

Chefarzt gibt alltagstaugliche Tipps gegen Darmkrebs

Groß-Umstadt, 11.03.2013. Es ist eine Schock-Diagnose: Darmkrebs. Mit jährlich fast 70.000 Neuerkrankungen zählt er zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Was Hoffnung macht: Während die Zahl der Neuerkrankten ansteigt, nimmt gleichzeitig die der Todesfälle ab. Während früher mehr als jeder zweite Patient starb, überleben heute fast zwei Drittel. Seit 2002 ruft die Felix-Burda-Stiftung im März jeden Jahres den „Darmkrebsmonat“ aus, um über die Risiken der Erkrankung und Vorsorgemaßnahmen aufzuklären.

Foto von Dr. HainWie wichtig Vorsorge und Früherkennung in diesem Zusammenhang sind, betont auch Dr. med Hans-Jürgen Hain, Chefarzt der Klinik für Allgemeinchirurgie der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg in Groß-Umstadt: „Je früher der Tumor entdeckt wird, desto höher sind die Heilungschancen. Diese liegen nahezu bei 100 Prozent, wenn es uns gelingt, den Krebs beispielsweise durch eine Darmspiegelung oder einen Stuhltest auf verborgenes Blut in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Aber auch gesunde Menschen können etwas tun, um erst gar nicht an Darmkrebs zu erkranken.“

Wie Sie sich vor der tückischen Krankheit schützen können:

  • Nehmen Sie regelmäßig ASS: „Ich empfehle allen, die Risikofaktoren aufweisen, ASS einzunehmen“, sagt Dr. Hain. Neueste Studien[1] belegen: ASS reduziert das Risiko für ein Karzinom mit Metastasen um 36 Prozent. Der im Aspirin und anderem Produkten enthaltene Wirkstoff ASS (Acetylsalicylsäure), beugt also Darmkrebs vor. Eine geringe Dosierung reicht aus, schon Präparate mit weniger als 300 mg ASS zeigen die erwünschte vorbeugende Wirkung. Wichtig dabei ist aber, dass Patienten ASS regelmäßig einnehmen – je länger der Zeitraum der Einnahme, desto größer der Schutz.
  • Essen Sie wie Italiener, Spanier & Co.: Frischer Fisch, wertvolles Olivenöl und Gemüse –die Ernährung in Mittelmeerländern wie Italien, Spanien oder Griechenland gilt als vorbildlich. „Eine große europäische Studie mit 500.000 Menschen hat jetzt ergeben, dass mediterrane Küche der Entstehung von Krebs im Magen- und Darmbereich vorbeugt“, so der Experte für Visceralchirurgie.[2]
  • Schlafen Sie sich aus: „Ideal sind mindestens sechs Stunden Schlaf pro Tag. Die Ruhe verringert das Risiko von Darmgeschwülsten, sogenannten Adenomen, um die Hälfte“, sagt Dr. Hain.[3] Adenome sind gutartige Geschwulste, die unter anderem im Darm vorkommen und sich häufig in bösartigen Krebs umwandeln.
  • Würzen Sie öfter mal mit Knoblauch: Die scharfen Zehen sind gesund und geben dem Essen einen besonderen Geschmack. „Sie senken auch das Risiko von bösartigen Tumoren im Magen-Darmbereich – das ergab eine Studie an mehr als einer halben Million Menschen“, so Dr. Hain.[4]
  • Bewegen Sie sich jeden Tag: „Schon 15 Minuten leichte körperliche Anstrengung täglich reichen aus“, betont der Darmkrebs-Experte. Eine Studie hat gezeigt, dass dies das Risiko verringert, infolge einer Krebserkrankung zu sterben.[5]

Trotz aller Vorsorge: Wird eine Operation notwendig, sind Patienten in der Groß-Umstädter Klinik für Allgemeinchirurgie hervorragend aufgehoben. Die vom Westdeutschen Magen-Darmzentrum (WMDZ) zertifizierte Klinik pflegt einen interdisziplinären Ansatz und arbeitet eng mit anderen Fachrichtungen wie beispielweise Röntgenärzten oder Internisten zusammen. „Wir besprechen gemeinsam alle Therapieschritte für jeden Patienten. Diese Daten leiten wir an das Westdeutsche Darmzentrum weiter. Die Zertifizierung gewährt externe Qualitätskontrolle und Transparenz.“ Eine derart gute Vernetzung  trägt dazu bei, dass die Patienten die bestmögliche Behandlung sowie optimale Vor- und Nachsorge erhalten.



[1] Quelle der Studie

Burn et al: “Effects of  daily aspirin on risk of cancer metastasis:a study of incident cancers during randomized controlled trials”. Lancet 2012;379:1591-1601

[2] Quelle der Studie:

Buckland et al, Adherence to a Mediterranean diet and risk of gastricadenocarcinoma within the European prospective investigation into cancer and nutrition (EPIC) cohort study. Am J Clin Nutr 2010;91:381-390

[3] Quelle der Studie:

Thompson et al, Short duration of sleep increases risk of colorectal adenmoma. Cancer 2011;378:1244-1253

[4] Quelle der Studie:

Zhou et al, Consumption of large amounts of allium vegetables reduces risk of gastric cancer in meta-analysis. Gastroenterology 2011;141:80-89

[5] Quelle der Studie:

Wen et al, Minimum amount of physicalo activity for reduced mortality and exteded life expectancy: a prospective cohort study. Lancet 2011;378:1244-1253

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