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Testen Sie Ihr Arthrose-Risiko!

Selbsttest: Läuft Ihr Knie wie geschmiert?

Kniearthrose ist eine der häufigsten Gelenkerkrankungen in Deutschland. Hören Sie auf Ihre Kniegelenke: Ist das nur Muskelkater, eine Fehlbelastung oder schon krankhafter Gelenkverschleiß? Wie hoch ist Ihr Risiko, eine Knie-Arthrose zu bekommen? Testen Sie Ihr persönliches Arthrose-Risiko mit unserem Arthrose-Test und erfahren Sie, was Sie zur Prävention beitragen können.

Wichtig: Der Selbsttest kann das Arztgespräch nicht ersetzen. 

Wie alt sind Sie?

  • Jünger als 35 (0 Punkte)
  • Zwischen 35 und 50 Jahre (1 Punkt)
  • älter als 50 Jahre (2 Punkte)

Müssen Sie in Beruf oder Freizeit schwer heben oder tragen?

  • Ja (2 Punkte)
  • Manchmal (1 Punkt)
  • Nein (0 Punkte)

Haben Sie Übergewicht?

  • Ja (2 Punkte)
  • Nein (0 Punkte)

Welche Sportart treiben Sie regelmäßig?

  • Keine (0 Punkte)
  • Fuß- oder Handball (1 Punkt)
  • Sportarten mit abrupten Stoppbewegungen  wie Tennis, Squash (2 Punkte)

Leiden Sie an Gelenkschmerzen?

  • Ja, bei Belastungen. (1 Punkt)
  • Ja, auch in Ruhepausen. (2 Punkte)
  • Nein (0 Punkte)

Knacken und knirschen Ihre Knie, wenn Sie in die Hocke gehen?

  • Sehr oft (2 Punkte)
  • Manchmal (1 Punkte)
  • Nie (0 Punkte)

Tut es weh, wenn Sie eine Treppe abwärtsgehen?

  • Sehr oft (2 Punkte)
  • Manchmal (1 Punkt)
  • Nie (0 Punkte)

Haben Sie X- oder O-Beine?

  • Ja (1 Punkt)
  • Nein (0 Punkte)

Sind Sie schon einmal am Gelenk operiert worden (Meniskus, Bänder, Knorpel)?

  • Ja (1 Punkt)
  • Nein (0 Punkte)

Leiden Familienmitglieder an Gelenkerkrankungen oder Fehlhaltungen?

  • Ja (2 Punkte)
  • Nein (0 Punkte)

Auswertung:

1 bis 4 Punkte

Ihr Arthrose-Risiko ist gering. Ihre Kniegelenke werden nicht überlastet, denn Sie treiben moderat Sport. Das beugt effektiv dem Gelenkverschleiß vor. Sollten Sie dennoch unter Schmerzen im Kniegelenk leiden, empfehlen wir Ihnen ein persönliches Gespräch mit einem Orthopäden.

5 bis 10 Punkte

Ihr Arthrose-Risiko ist etwas erhöht. Indem Sie sich jedoch regelmäßig und moderat bewegen und Gewicht reduzieren, können Sie schon jetzt dem Gelenkverschleiß vorbeugen. Bitte versuchen Sie, Ihr Kniegelenk nicht zu überlasten und reduzieren Sie Aktivitäten, die Ihnen Schmerzen bereiten. Sollten Sie dennoch unter Schmerzen im Kniegelenk leiden, empfehlen wir Ihnen ein persönliches Gespräch mit einem Orthopäden.

11 bis 18 Punkte

Vorsicht! Ihr Arthrose-Risiko ist hoch. Vor allem wenn Sie bereits an gelegentlichen Gelenkschmerzen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Gelenke nicht mehr übermäßig belasten.

Wenn konservative Methoden nicht mehr helfen: Das künstliche Kniegelenk

Foto von Dr. Johannes BeckmannPrivatdozent Dr. med. habil. Johannes Beckmann, Leiter der Sektion Endoprothetik der Sportklinik Stuttgart, erklärt die Risiken und Schweregrade der Krankheit.

Wann brauche ich einen Kniegelenkersatz?

Dr. Beckmann: Ein Knieimplantat sollte eingesetzt werden, wenn der Gelenkknorpel beispielsweise durch Arthrose stark verschlissen ist und keine der konservativen Behandlungsmethoden wie Krankengymnastik, Medikamente und Spritzenbehandlungen mehr ausreichend wirkt und die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist.

Wie bemerkt man eine Kniearthrose?

Dr. Beckmann: Sie macht sich meist in Form von Schmerzen nach längeren Belastungen oder auch ruckartigen Bewegungen oder steifer werdenden Gelenken bemerkbar. Viele Patienten klagen über den sogenannten Anlaufschmerz, sie kommen morgens nicht richtig ‚in Gang‘. Bei fortgeschrittener Arthrose treten die Schmerzen sogar nachts auf.

Wie wird eine Kniearthrose diagnostiziert?

Dr. Beckmann: Die Patienten müssen vor allem gründlich klinisch untersucht werden. Dann erfolgen zusätzlich Röntgenaufnahmen oder spezielle Schichtaufnahmen (z.B. Magnetresonanztomografie oder Computertomografie) des Kniegelenks.

Wie läuft die Operation ab?

Dr. Beckmann: Der Kniegelenksersatz ist zu einer Standard-OP geworden, dauert in der Regel im eingespielten Team knapp 60 Minuten. Der krankhaft veränderte Knochen wird sparsam entfernt und durch eine Metalloberfläche ersetzt. Zwischen den Metalloberflächen liegt der eigentliche Knorpelersatz in Form einer Kunststoffscheibe. Als gängige Narkoseverfahren sind die Vollnarkose oder Narkoseformen etabliert, bei der nur die betroffene Extremität oder die untere Körperhälfte betäubt wird.

Für welches Knieimplantat soll ich mich entscheiden?

Dr. Beckmann: Das Kniegelenk besteht aus drei Gelenkanteilen. Prinzipiell sollte nur so viel ersetzt werden, wie nötig! Es gibt mittlerweile hervorragende Teilgelenks-Prothesen, die möglichst viel Knochen und Gelenk erhalten. Vollprothesen kommen bei schweren Fehlstellungen und Arthrose aller drei Anteile oder Bandinstabilitäten zum Einsatz. Im Gegensatz zum Hüftgelenkersatz werden in der Regel zementierte Knieimplantate verwendet, zementfreie Knieimplantate stellen die Ausnahme dar. Bei zementierten Prothesen wird eine Art „Klebstoff“ angewandt, um die Prothese sicher im Knochen zu verankern. Die Gleitschicht, also der eigentliche Knorpelersatz zwischen den metallenen, im Knochen fixierten Anteilen ist aus Kunststoff. Die Berücksichtigung der stabilisierenden Bänder und der betroffenen Gelenkanteile ist entscheidend für die Wahl des geeigneten Implantats! Neue, individuelle Knieimplantate, die ich auch in meiner Klinik einsetze, sind exakt auf das jeweilige Kniegelenk zugeschnitten und damit noch passgenauer. Das wirkt sich positiv auf den Abrieb und das spätere ‚natürliche‘ Kniegefühl aus, das erzielt werden soll. Mit diesen individuellen Implantaten wird erstmals die Prothese an den Knochen angepasst und nicht wie bisher umgekehrt.

Wie finde ich den richtigen Arzt?

Dr. Beckmann: Informieren Sie sich genau. Über jede Klinik werden Sie jedoch positive und negative Berichte hören. Achten Sie aber darauf, wie gründlich Sie untersucht und befragt werden und nehmen Sie eine Checkliste mit Ihren Fragen mit. Entscheidend ist auch die Expertise/ die Anzahl der speziellen operativen Versorgungen des jeweiligen Operateurs - nicht der gesamten Klinik. Konsultieren Sie gegebenenfalls auch verschiedene Ärzte, die Ihnen von Ihrem behandelnden Orthopäden oder von Betroffenen empfohlen worden sind. Letztlich entscheiden Sie allein, zu wem Sie Vertrauen haben und in wessen Hände Sie sich begeben!

Können Komplikationen auftreten?

Dr. Beckmann: Leider ja. Trotz standardisierter Verfahrens muss man mit allgemeinen Risiken und Komplikationen rechnen, wie sie bei jeder OP auftreten können: Blutergüsse, Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Verletzungen eines Blutgefäßes oder Nervenverletzungen. Auch diese sind jedoch von der Erfahrung des einzelnen Operateurs abhängig.

Wie lange halten Knieimplantate?

Dr. Beckmann: Die Erfahrungen zeigen, dass eine Kniegelenksprothese durchschnittlich 10-15 Jahren halten wird, einige Knieimplantate sogar länger. Entscheidend ist jedoch die Genauigkeit des Einbringens und insbesondere die Aktivität des Patienten - denn auch der künstliche Ersatz verschleißt. Daher müssen Patienten damit rechnen, dass ihr Implantat insbesondere Aktivitäts-abhängig locker wird und ausgetauscht werden muss.

Welche Sportarten sind mit einem Knieimplantat sinnvoll?

Dr. Beckmann: Bei normalem Verlauf der Operation und anschließender erfolgreicher Rehabilitation sind Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, Golfspielen, Skilanglauf oder Wandern ohne Probleme wieder möglich. Auch alpiner Skisport bei geübten Fahrern mit Reduktion des Anspruchs ist machbar. Eher ungeeignet sind Sportarten wie zum Beispiel Fußball mit schnellen Richtungswechseln und ständiger ruckartiger Belastung.

Hinweis:
Dieser Artikel dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt keinesfalls den Besuch bei einem approbierten Arzt. Alle auf www.planetsenior.de angebotenen Inhalte dürfen und können nicht zur Selbstdiagnose oder Eigenmedikation verwendet werden. PlanetSenior leistet keinerlei Beratung oder Empfehlung. Fragen Sie hinsichtlich Heilungsverfahren, Diagnosen, Symptomen und Medikation unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker. Beachten Sie bitte auch den Haftungsausschluss.

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