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Ablauf der Zeit

von: nina

01.09.2007 - 13:50 Uhr

Beiträge: 1

Hallo Poetikon,

die letzten drei Zeilen gefallen mir besonders gut, auch wenn sie so ein bisschen wie ein Lied in Moll klingen - traurig, ernsthaft, sehnsüchtig. Aber es stimmt ja, je älter man wird, um so mehr kennt man das Leben, um so realistischer und geerdeter wird man. Von der kindlichen Unbeschwertheit ist dann noch wenig übrig. Komisch aber, dass viele die ich kenne, dieser kindlichen Leichtigkeit so stark nachtrauern, aber nichts daür tun. Ist dioch eigentlich ganz einfach oder?

von:

31.08.2007 - 18:43 Uhr

Beiträge: 6

Ablauf der Zeit

Das farbige Schwarz der Nacht in des Mondes Licht,
gemixt mit dem feuchtkalten Dunst der Bäume.
Bizarres Säuseln des Windes. Du verstehst es nicht?
Tropfen fallen leis‘ auf das Moos deiner Träume,
Spinnweben streicheln sanft dein Gesicht.

Du hüllst dich fröstelnd in das pelzige Schweigen
der flüsternden blauen Blätter. Vergebens!
Zwischen wiegenden Zweigen
gaukeln Episoden versäumten Lebens
Nachtfaltern gleich sich im wiegenden Reigen.

Wie die Bilder sich gleichen, der Ablauf der Zeit
wiederholt sich doch ständig, nichts bleibt leer.
Morgen ist Heute schon Vergangenheit,
und der Sommer fragt längst schon nicht mehr
nach frostigen Tagen der Weihnachtszeit.

Wo in der Frühe noch schimmerndes Grün geboren
ist am Abend das Silbergrau schon modern.
Die Fantasie hat längst schon die Unschuld verloren,
die Tage der fröhlichen Kindheit unendlich fern
und im Eis des erfolgreichen Lebens erfroren.

© by poetikon

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